Umzug in Aquarium : Haie in Quarantäne

Schwerer Brocken: Der Sandtigerhai musste in einer Transportbox per Kran aus dem Becken gehoben werden.
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Schwerer Brocken: Der Sandtigerhai musste in einer Transportbox per Kran aus dem Becken gehoben werden.

Wenn Fische umziehen: Norddeutschlands größtes Aquarienbecken im Ozeaneum wird saniert

svz.de von
05. Januar 2018, 20:45 Uhr

Wer vor Norddeutschlands größten Aquarienbecken steht, sieht zwar Fische. Doch die sind nicht echt. Die Scheibe des Schwarmfischbeckens mit dem Namen „Offener Atlantik“ im Stralsunder Ozeaneum ist seit wenigen Tagen verklebt. Stattdessen zeigt ein auf die Fläche projizierter Film schwimmende Rochen und Brassen. Das Becken mit einem Fassungsvermögen von 2,6 Millionen Litern wird in den kommenden Wochen saniert. Geschützt vor neugierigen Blicken von Museumsbesuchern haben die Mitarbeiter der Einrichtung begonnen, Hunderte Fische für die Zeit der Arbeiten in Quarantänebecken umzusiedeln, wie die Meeresforscherin Sabine Brasse am Freitag sagte. Die Ammenhaie, die Rochen und auch der etwa 300 Kilogramm schwere Sandtigerhai Niki schwimmen bereits hinter den Kulissen in großen Quarantänebecken. „Der Umzug ist geglückt“, sagte Brasse.

Taucher hatten bereits am Donnerstag das imposante Tier in einen Plastiksack und dann in die Transportbox gelenkt. Mit einem Kran wurde die Box dann aus dem Becken in die untere Ebene des Ozeaneums gehoben, wo sich auch die Quarantäneanlagen befinden. Gestern zogen die Schwarmfische wie Brassen und Makrelen in die bestehenden und neu gebauten Becken hinter den Kulissen. Kommende Woche wollen die Forscher „den Stöpsel ziehen“ und das Wasser ablassen. Auch das werde mehrere Tage beanspruchen.

„Vor dem zehnjährigen Jubiläum des Ozeaneums im Sommer wollen wir das Becken runderneuern“, begründete die Leiterin der Abteilung Wissenschaft/Marketing, Brasse, die Arbeiten. Die Dichtungen an den Scheiben müssten erneuert werden, die Betoninnenwand erhalte eine neue Beschichtung und die Dekoration werde ausgetauscht.

Seit dem Eröffnungsjahr 2008 liegt ein Skelett eines Pottwales auf dem Beckengrund. Das zeigt inzwischen starke Zersetzungsspuren. In den Filmstudios Babelsberg lässt das Ozeaneum nun eine neue Kulisse bauen. Der Nachbau eines Fracht- und Passagierschiffes soll Besuchern spannende Einblicke und den Fischen Rückzugsmöglichkeiten bieten, wie Brasse sagte. Bis Ostern sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten für die Sanierung bewegten sich im sechsstelligen Rahmen.

Das Ozeaneum als meistbesuchtes Museum in Mecklenburg-Vorpommern begrüßte 2016 rund 546 000 Gäste.

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