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Enorme Verkehrsbelastung : Hagenower Ortsumgehung bleibt auf der Strecke

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Bundesverkehrsminister Ramsauer legte dem Bundestag den Investitionsrahmenplan 2011 bis 2015 vor. Die Hagenower Ortsumgehung ist trotz fertiger Planungen nicht mehr dabei. Die Anwohner sind stinksauer.

Hagenow | Obwohl die Planungen für die Hagenower Ortsumgehung fertig sind, kam jetzt der Paukenschlag aus Berlin (SVZ berichtete). Bundesverkehrsminister Ramsauer legte dem Bundestag den Investitionsrahmenplan 2011 bis 2015 vor, und die Ortsumgehung von Hagenow ist, wie weitere Projekte in der Region, nicht mehr dabei, verschoben heißt es offiziell. Diese Bundes-Entscheidung gegen die Hagenower Ortsumgehung trifft die Kommunalpolitiker aus Hagenow plötzlich und schwer, und die Anwohner der Bundesstraße 321, sind stinksauer. Denn der Verkehr rollt auf dieser Trasse von Schwerin in Richtung Boizenburg und umgekehrt ununterbrochen. Die Verkehrsbelastung in der Hagenower Tarnow- und in der Feldstraße ist unbestritten. "Das habe ich immer gesagt. Die ziehen das so in die Länge, und nun wird nichts mehr draus. Wenn meine Tochter morgens zur Arbeit will, muss sie sehr, sehr lange an der Hofeinfahrt warten, um auf die Bundesstraße zu kommen. Auch nachmittags, gegen 16 Uhr, wenn der Feierabendverkehr rollt, stehen die Fahrzeuge hier vor unserem Haus Schlange. Es ist unmöglich. Und wehe, da ist auf der Autobahn ein Unfall, dann rollt hier der Umleitungsverkehr lang. Das ist eine sehr große Belastung für alle hier", sagt Anwohnerin Gerda Kiesow, sie wohnt schon über 30 Jahre in der Feldstraße.

Harry Godau wohnt in der Rudolf-Tarnow-Straße. Nachdem die Straßendecke dort neu gemacht wurde, sind wenigstens die Erschütterungen durch die schweren Lkw weg. Die Verkehrsbelastung bleibt und steigt. "Vor allem der Lkw-Verkehr hat zugenommen, vielfach sind es die so genannten Maut-Flüchtlinge, die hier entlang fahren. Morgens und abends rollten die meisten Fahrzeuge. Eine Entlastung der Innenstadt, speziell der Feldstraße, wäre schon gut. Denn die Verkehrsdichte steigt immer weiter. Deshalb, so sehe ich das, kann nur eine Ortsumfahrung den starken Verkehr aus der Stadt führen", sagt er.

Bürgermeisterin Gisela Schwarz findet es ungeheuerlich, dass ihre Kommune, die ja betroffen ist, überhaupt nicht informiert wird, bzw. über die Presse vom aktuellen Stand erfahren muss.

"Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie auf einmal die Ortsumfahrungen im Norden der Republik und speziell in Hagenow angeblich nach hinten geschoben wurden. Ich werde einen Brief an das Bundes-Verkehrsministerium schreiben und darauf hinweisen, dass wir nun wirklich schon sehr lange auf der Prioritätenliste stehen und auch alle Voraussetzungen erfüllt haben. Immerhin müssen wir hier im Osten erst einmal eine Verkehrs-Infrastruktur aufbauen, die ja nicht da war. In den alten Bundesländern ist eine ganz andere Basis vorhanden. Die Hagenower Ortsumfahrung ist für mich ein Projekt, das nach Umsetzung schreit, sie war im vordringlichen Bedarf drin. Deshalb kann ich diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Ich bin wütend, und wir haben keine Handhabe etwas zu machen, weil das eine Investition des Bundes ist. Aber ich möchte schon vernünftig informiert werden über die aktuelle Situation."

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erstellt am 20.Dez.2011 | 09:43 Uhr

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