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Betreibervertrag mit ODEG läuft aus : Hagenow-Neustrelitz: Bus statt Bahn

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Eine Busverbindung auf der Strecke Hagenow-Neustrelitz ist deutlich günstiger als der bestehende Bahnbetrieb. Zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten eines Planungsbüros. Doch Bürger fordern den Erhalt der Strecke.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 05:55 Uhr

Neustrelitz | Eine attraktive Busverbindung auf der Strecke Hagenow-Neustrelitz ist deutlich günstiger als der bestehende Bahnbetrieb. Zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten eines Berliner Planungsbüros im Auftrag der Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim.

Die Bürgerinitiative "Pro Schiene" in Malchow forderte gestern trotzdem den Erhalt der Bahnstrecke - und sogar deren Ausbau. "Wir brauchen eine stündliche Anbindung an Berlin und Hamburg", erklärte Sprecherin Monika Göpper. Man habe nie versucht, die Südbahn wirklich attraktiv zu machen. Am Montag befasst sich der Kreistag in Neubrandenburg mit dem Thema.

Dem Gutachten zufolge würde ein reiner Bahnbetrieb auf der 160 km langen Strecke 7,5 bis 10,5 Millionen Euro kosten. Für einen kombinierten Bahn-Bus-Betrieb fielen 6,0 bis 8,3 Millionen Euro an. Bei Busverbindungen im Zweistundentakt lägen die Kosten bei knapp 1,5 Millionen Euro. Eine reine Busverbindung würde zudem jährliche Instandhaltungs- und Betriebskosten für die Gleisstrecke von 1,3 bis 3,3 Millionen Euro ersparen. Für eine durchgreifende Modernisierung der Bahnstrecke wären weitere 40 Millionen Euro nötig.

Um die Mecklenburgische Südbahn wird seit Monaten gestritten. Hintergrund ist, dass der Betreibervertrag des Landes mit der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH Ende 2014 ausläuft. Zudem gibt es außer im Abschnitt Hagenow-Parchim und im Sommer zwischen Waren, Neustrelitz und Mirow nur wenig Fahrgäste.

Das Verkehrsministerium, das die Verkehrsleistung ausschreibt und bezahlt, will mit den Kreisen und Kommunen über eine Variante eines attraktiven Personennahverkehrs entscheiden.

"Es ist eine Frage des Wollens", meinte Göpper. "Will ich mir einen Plenarsaal in Schwerin leisten oder in die Bahngleise investieren", erklärte die Malchowerin mit Blick auf einen Landtagsbeschluss in Schwerin. Auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim forderte bisher den Erhalt des Bahnbetriebs auf seinem Territorium.

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