Hagel verursacht Millionenschaden

<strong>Kfz-Meister Ingo Peters</strong> aus Gingst untersuchte auf dem Hiddensee-Parkplatz am Hafen von Schaprode (Rügen) die durch einen Hagelschauer zerstörte Frontscheibe eines Autos. Bis zu hühnereigroße Hagelkörner haben bei einem Unwetter am Montagabend hier ersten Schätzungen zufolge rund 350 Autos beschädigt. <foto>dpa</foto>
Kfz-Meister Ingo Peters aus Gingst untersuchte auf dem Hiddensee-Parkplatz am Hafen von Schaprode (Rügen) die durch einen Hagelschauer zerstörte Frontscheibe eines Autos. Bis zu hühnereigroße Hagelkörner haben bei einem Unwetter am Montagabend hier ersten Schätzungen zufolge rund 350 Autos beschädigt. dpa

svz.de von
21. Juni 2012, 07:57 Uhr

Schaprode | Der Riesen-Hagelschauer vom Montagabend hat rund um Schaprode auf der Insel Rügen einen Millionenschaden angerichtet. Das geht aus Auflistungen der Gemeinde und von Betrieben der Region hervor, wie Bürgermeister Rüdiger Gau gestern sagte. Besonders betroffen ist ein Saatzuchtbetrieb, bei dem auf mehreren hundert Hektar Raps- und Getreidezuchtpflanzen zerschlagen wurden. "Bei uns sind Schäden an landwirtschaftlichen Gebäuden entstanden, aber das sind Peanuts gegen die Schäden auf den Feldern", erklärte Nis Lassen, Betriebsleiter der Nordsaat Saatzucht GmbH auf Gut Granskevitz bei Schaprode.

Drei Tage nach dem ungewöhnlich starken Gewitterschauer mit hühnereigroßen Eisstücken sei das Aufräumen weitgehend abgeschlossen, sagte Gau. Zum Glück sei niemand verletzt worden, auch für Urlauber gebe es keine Einschränkungen mehr. Zur Erinnerung an die Schreckviertelstunde habe er noch zwei fünf Zentimeter große Eisstücke in der Gefriertruhe, erzählte Gau. Manche Stücke sollen sogar sieben Zentimeter groß gewesen sein.

Allein die Schäden an den Autos werden auf knapp eine Million Euro geschätzt. In Schaprode stellen Hiddensee-Urlauber und -Bewohner ihre Autos vor dem Übersetzen ab, da die Insel autofrei ist. Rund 350 Wagen wurden zerbeult und beschädigt, dazu Wohnmobile und Campinganhänger. "Ich habe noch keinen getroffen, dessen Auto nicht betroffen ist", erklärte der Bürgermeister, der einen Campingplatz bewirtschaftet.

Da der Hagel schräg herunter prasselte sind bei den Autos nicht nur Dächer und Scheiben, sondern auch Türen, Kotflügel und Motorhauben betroffen. "Es gibt Kostenschätzungen um 6000 Euro pro Fahrzeug", erklärte Gau. Bei einem neu gedeckten Dach wurden fast alle Ziegel auf einer Seite zerschlagen. Bei einem anderen Haus hielt das Dach der Wucht der Hagelkörner nicht stand - die Familie musste ausziehen. Inzwischen sind die Dachdecker überall mit Notreparaturen beschäftigt.

Die Saatzüchter um Betriebsleiter Lassen sind zum Glück hagelversichert, doch alle Schäden lassen sich nicht ausgleichen. "Geschätzt sind rund 800 Hektar mit Raps- und Getreidezuchtpflanzen betroffen", sagte Lassen. Damit seien auch die Erkenntnisse, die mit der Zucht dieser Pflanzen gewonnen werden sollten, verloren. Man müsse da neu anfangen. Eine genaue Übersicht sollen Schätzer erarbeiten, die ab Freitag auf den Feldern erwartet werden.

Für die Urlauber und Einheimischen entspannt sich die Situation schon wieder, erläuterte Gau. Die nicht fahrbereiten Autos wurden abgeholt und werden repariert. Alle anderen Fahrzeugschäden wurden erfasst und das Ergebnis den Besitzern mitgeteilt. Inzwischen seien auch schon die ersten neuen Urlauber.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen