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Gewitter in SH und MV : Hagel auf A7 – Schwerverletzte nach Karambolage

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Gewitter über SH: In der Nacht sorgt die vereiste Fahrbahn auf der A7 für einen schweren Unfall. In Neumünster führt Platzregen zu heftigen Überschwemmungen. Sturmböen lassen Bäume in MV umstürzen - Auto kollidiert mit Baum.

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 08:16 Uhr

Ein heftiges Frühlingsgewitter mit Hagel, Blitz und Donner beschäftigt in Schleswig-Holstein seit gestern Abend Feuerwehr und Polizei. In der Nacht kam es auf der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Büdelsdorf und Owschlag in Richtung Norden nahe Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zu einer Karambolage – ausgelöst durch Hagel. „Auf der vereisten Fahrbahn sind insgesamt neun Fahrzeuge ineinander gekracht, darunter auch ein Sattelzug“, sagte ein Sprecher der Polizei in Kiel. Vier Menschen wurden teils schwer verletzt.

„Kurz vorher war die Straße noch nass – und plötzlich fuhren wir dann in einen regelrechten Hagelteppich“, schildert ein Autoinsasse die Situation. Die Fahrzeuge gerieten auf der spiegelglatten Autobahn ins Rutschen.

Heftige Sturmböen haben am frühen Freitag mehrere Bäume in der Region Boizenburg umstürzen lassen. Dadurch kam es im äußersten Südwesten Mecklenburgs zeitweise zu Verkehrsbehinderungen, sagte ein Polizeisprecher in Ludwigslust. Unweit vom Ortsteil Bahlen stieß ein Auto gegen einen umgestürzten Baum, der Fahrer blieb aber unverletzt. Wetterexperten hatten vor weiteren Wärmegewittern im Laufe des Tages und zum Freitagabend hin gewarnt, diese sollen über MV in Richtung Osten entlang ziehen.

Während viele Autos nur leicht miteinander oder mit den Leitplanken kollidierten, erwischte es einen Mercedes-Geländewagen besonders schwer. Dessen Fahrer geriet ebenfalls ins Schleudern und prallte in einen Sattelzug mit nach hinten überstehender Ladung. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrzeug nahezu vollständig zerstört und die Beifahrerin im Fahrzeug eingeklemmt. Sie musste von der Feuerwehr Büdelsdorf aus den Trümmern des Wagens befreit werden und wurde anschließend mit lebensbedrohlichen Verletzungen in eine Klinik eingeliefert. Weitere drei Autofahrer wurden bei dem Unfall ebenfalls verletzt. Nach dem Unfall sperrte die Polizei die Autobahn in Richtung Norden voll und leitete den Verkehr um. Die Vollsperrung dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Feuerwehr-Einsatzleiter Burkhard Wardin sagte zur Wettersituation: „So etwas habe ich zu dieser Jahreszeit und dieser Intensität in unseren Breitengraden noch nie erlebt“.

Das Wetter sorgte auch andernorts im Land für Chaos: In Rendsburg musste der Kanaltunnel für zwei Stunden bis etwa 2 Uhr nachts voll gesperrt werden. Die Pumpen konnten die einlaufenden Wassermassen zunächst nicht komplett aufnehmen.

Zurzeit beschäftigt die Feuerwehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein abgerutschter Erdwall auf der Kreisstraße 86 bei Brekendorf. Auf einer Länge von etwa einem Kilometer sammelte sich Schlamm, der teilweise 50 Centimeter hoch ist und Autofahrern das Weiterfahren unmöglich macht.

Ein heftiger Platzregen führte am Donnerstagabend beispielsweise auch in Neumünster zu heftigen Überschwemmungen. Mehrere Straßenzüge waren vorübergehend 20 bis 30 Zentimeter hoch überflutet und wurden zum Teil gesperrt. Etliche Keller und ein Supermarkt liefen voll Wasser. Die Feuerwehr war bis in die Nacht hinein im Pumpeinsatz.

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