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Schweriner Landgericht : Haftstrafe für Kindesmissbrauch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen hat das Schweriner Landgericht einen Mann aus Boizenburg zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 20:41 Uhr

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen hat das Schweriner Landgericht einen einschlägig vorbestraften Mann aus Boizenburg zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Die Richter berücksichtigten gestern bei der Urteilsfindung das Geständnis des 47 Jahre alten Angeklagten. Er habe die Vorwürfe zwar spät, aber dann doch weitgehend gestanden, sagte der Vorsitzende Richter zur Urteilsbegründung.

Die Staatsanwaltschaft plädierte nach dem nur zweitägigen Prozess auf vier Jahre und zehn Monate Haft, der Verteidiger verlangte sieben Monate weniger. Der wegen diverser Eigentumsdelikte und auch wegen einer früheren Vergewaltigung schon fast 30 Mal verurteilte Mann hatte lange Zeit alles abgestritten. Im Prozess lenkte er aber ein und gab zu, im November vorigen Jahres in seiner Wohnung in Boizenburg die 13-Jährige zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Die Staatsanwältin warnte den Angeklagten, beim nächsten schweren Vorkommnis nach Verbüßung der aktuellen Haftstrafe sei er ein Kandidat für Sicherungsverwahrung.

Die 13-Jährige war wegen Gewalt in der eigenen Familie in einer betreuten Wohngruppe untergebracht, mit einer älteren Freundin aber von dort weggelaufen. Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit war sie schließlich in der Wohnung des 47-Jährigen gelandet. Der Mann habe die Notsituation ausgenutzt, Druck auf die 13-Jährige ausgeübt und sie so zum Verkehr gezwungen, waren die Richter überzeugt. Strafverschärfend werteten sie, dass der Mann kein Kondom benutzte. Der Mann hatte vor Gericht eingeräumt, dass er das Alter seines Opfers kannte. Doch habe er dies über die zahlreichen Biere „vergessen“.

Die 13-Jährige hatte später Anzeige erstattet. Sie habe ihn wiederholt aufgefordert, von ihr abzulassen, gab sie zu Protokoll. Dem dreifachen Familienvater hatte ein früheres Gutachten eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Zuletzt war er 2001 wegen Vergewaltigung und Körperverletzung verurteilt und zur Therapie in den Maßregelvollzug eingewiesen worden. Von dort war er 2009 entlassen worden, stand aber unter Führungsaufsicht für besonders rückfallgefährdete Straftäter.

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