Brandstiftung aus Langeweile : Haftstrafe für Feuerwehrmann

Foto: Robert Schlesinger dpa
Foto: Robert Schlesinger dpa

Das Amtsgericht Waren verhängte gegen einen 19-Jährigen aus Penzlin eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Der junge Mann hatte zuvor gestanden, seit Ende 2011 sieben Feuer in der Kleinstadt gelegt zu haben.

von
24. Mai 2012, 08:08 Uhr

Waren | An der Mecklenburgischen Seenplatte ist am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen ein Feuerwehrmann wegen einer Brandserie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Waren verhängte gegen einen 19-Jährigen aus Penzlin wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Der junge Mann hatte zuvor gestanden, seit Ende 2011 sieben Feuer in der Kleinstadt gelegt zu haben, davon allein fünf im April 2011. Bei den Bränden waren drei Gartenhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser vernichtet worden, verletzt wurde niemand.

"Wer so etwas tut, macht sich keine Gedanken um das Leben anderer", erklärte Richterin Alexandra Sprigode-Schwencke in der Urteilsbegründung. Sie folgte mit der Strafe dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte zwei Jahre Jugendstrafe gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten.

Als Motiv hatte der junge Mann, der sich 2010 als 17-Jähriger zum Truppführer der Feuerwehr hatte ausbilden lassen, erklärt: "Es war langweilig und ich wollte Action." Von der "Action" beim Löschen der ersten Brände sei er enttäuscht gewesen. In einem der Häuser, die er später anzündete, schlief zur Brandzeit auch der betrunkene Vater des Angeklagten, bei dem er aber nicht wohnte. "Ich habe ihn aber nicht umbringen wollen", erklärte der Feuerwehrmann.

Bei fast allen Bränden entzündete er immer eine Couch in einem Wohnraum und ging dann. Ende April 2011 flog er schließlich auf, weil er nach den Brandstiftungen immer wieder beim Löschen am Brandort gesehen und aufgefallen war.

Erst am Montag hatte das Landgericht Neubrandenburg einen Ex-Feuerwehrmann aus Neukalen wegen einer Brandserie zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht hattet den 30-Jährigen, der Feuerwehrmann auf Probe war, in sieben Fällen der Brandstiftung und in einem Fall der schweren Brandstiftung schuldig gesprochen. Der Mann aus Neukalen hatte die Zündeleien zuvor vor Gericht gestanden. Die Brandserie hatte von November 2011 bis Januar 2012 für große Unruhe in der Region und landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Dabei verbrannten ein bewohntes Gartenhaus, alte Ställe, Stroh- und Heuballen sowie Papiercontainer. Menschen wurden nicht verletzt. Zivilfahnder fassten den Mann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen