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Landgericht Schwerin : Haft für Drogenaufzucht im Schlafzimmer

vom
Aus der Onlineredaktion

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Wegen illegalen Drogenhandels und unerlaubten Waffenbesitzes hat das Landgericht Schwerin einen 23-jährigen Facharbeiter aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg zu zwei Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt. Im März dieses Jahres war eine Cannabis-Zuchtanlage in seinem Schlafzimmer entdeckt worden. Außerdem hatte er zwei Kilogramm abgepacktes Marihuana, diverse andere Drogen und mehrere Waffen in seiner Wohnung.

Die Richter werteten eine Vielzahl mildernder Umstände zugunsten des Angeklagten und kamen für ihr Urteil zu dem Schluss, dass er ein „kleines Licht“ im regionalen Drogenhandel war. Allerdings gab es Indizien, dass er eventuell längst mit den „großen Jungs“ der illegalen Branche „spielen“ wollte, so der Vorsitzende Richter Otmar Fandel. Deshalb hatte die Staatsanwältin sechs Jahre Haft gefordert.

30 Marihuana-Pflanzen zog der Angeklagte in einem speziellen Zelt groß, das er in seinem Schlafzimmer aufgestellt hatte. Es war mit Lampen ausgestattet, die das Wachstum förderten, und mit Luftfiltern. .

Laut Urteil erntete er mindestens 500 Gramm Marihuana, wovon er den Großteil verkaufte. Außerdem hatte er für 7000 Euro zwei Kilogramm Marihuana erworben, das er zweifellos ebenfalls für vermutlich zehn Euro pro Gramm weiterverkaufen wollte, denn er räumte ein, es selbst nicht zu rauchen.

Möglicherweise reizten ihn die großen Gewinnspannen, dabei hatte er einen gut bezahlten Job in einem Handwerksbetrieb. Nun muss er – zusätzlich zur Haftstrafe – 3870 Euro in die Staatskasse zahlen. Soviel nahm er laut Gericht mindestens aus dem Verkauf der Drogen ein.

Die Ermittler fanden außerdem fünf Waffen und diverse Munition in der Wohnung des Angeklagten. Hätte das Gericht die Gesetze äußerst streng ausgelegt, hätten sie den 23-Jährigen wegen bewaffneten Drogenhandels zu mindestens fünf Jahren Haft verurteilen müssen. Verschlüsselte SMS-Texte und Notizen des Angeklagten sowie diverse Utensilien in seinem Haus deuteten zudem darauf hin, dass er in größerem Umfang ins Drogengeschäft verwickelt war, als die Ermittler nachweisen konnten. Vielleicht sei in dem Prozess nur „die Spitze des Eisbergs“ zur Sprache gekommen, so der Vorsitzende Richter.

Auf die Schliche kam die Polizei dem Angeklagten durch einen Zufall. Beamte hatten sich für eine Straßenkontrolle in dessen Wohnort postiert, als ein Kradfahrer von seinem Grundstück kam. Der sah die Polizisten, machte auffällig überhastet kehrt und stürzte. Als die Beamten ihn überprüften, gab er eine falsche Adresse an.

Die Polizisten fuhren kurze Zeit später zum Haus des Angeklagten, um ihn nach der richtigen Adresse des Kradfahrers zu fragen. Dabei fiel ihnen ein möglicherweise gestohlenes Auto und das merkwürdige Verhalten des Angeklagten auf. Die Beamten beantragten danach eine Hausdurchsuchung und fanden das Drogenzelt im Schlafzimmer des Mannes.

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