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Grunderwerb künftig mit fünf Prozent besteuert : Häuslebauer empört über Steuererhöhung

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Bauherren und Hauskäufer in MV müssen 2012 mit deutlich höheren Mehrausgaben rechnen. Grund ist die Erhöhung der Grunderwerbssteuer. Interessenverbände wie der Verein Haus und Grund melden Protest an.

Schwerin | Bauherren und Hauskäufer in Mecklenburg-Vorpommern müssen 2012 mit deutlich höheren Mehrausgaben rechnen. Grund ist die Erhöhung der Grunderwerbssteuer. Interessenverbände wie der Verein Haus und Grund melden Protest an. "Die Erhöhung der Grunderwerbssteuer ist der falsche Weg, damit werden sich weniger Familien ein eigenes Haus leisten können", befürchtet Lutz Heinecke, Präsident des Verbandes MV. Die Steuererhöhung sei nicht nur familienunfreundlich, sie hemme zudem den Zuzug ins Land und erschwere den Verkauf von Immobilien. "Auch andere politische Intentionen wie Eigentumsbildung und Altersvorsorge werden mit der Steuererhöhung von der Landesregierung torpediert."

Auch für den Interessenverband "aktion pro Eigenheim" ist die Erhöhung "ein Schritt in die falsche Richtung". Im ersten Halbjahr 2011 hätten Bauämter 3919 Bauvorhaben für Wohngebäude (Neubau) genehmigt. Dies sei verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (2890 Anträge) ein Anstieg um 35,6 Prozent. Diese positive Konjunkturentwicklung werde mit der geplanten Steuererhöhung abgewürgt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Landesregierung will voraussichtlich zum 1. Juli 2012 die Grunderwerbssteuer von bisher 3,5 auf fünf Prozent erhöhen. Das bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums auf Anfrage. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit und soll im Landtag mit dem Doppelhaushalt 2012/2013 beschlossen werden. Eine Mehrheit gilt als sicher. Die Landesregierung erhofft sich zusätzliche Einnahmen von etwa 30 Millionen Euro, die nach Angaben von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) vor allem in soziale Vorhaben fließen sollen.

Nach Angaben aus dem Finanzministerium wurde im vergangenen Jahr die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern etwa 44 000-mal fällig. Im Durchschnitt mussten 1869 Euro gezahlt werden. Bei einem Steuersatz von fünf Prozent wären 2470 Euro im Schnitt fällig gewesen. "Ein Unterschied von 600 Euro", rechnet ein Sprecher des Finanzministeriums vor.

Die Grunderwerbssteuer fließt in die Landeskasse und wird derzeit in vielen Bundesländer erhöht. Bayern und Hessen bleiben bei 3,5 Prozent. Dagegen wird in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen der Steuersatz 2012 ebenfalls fünf Prozent betragen.

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erstellt am 11.Dez.2011 | 07:51 Uhr

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