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Innere Sicherheit : Härtere Strafen gegen Einbrecher geplant

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Innenminister will Änderung im Strafgesetzbuch / Organisierte Banden unterwegs

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 07:55 Uhr

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) will den Kampf gegen Einbrecher verschärfen und härtere Strafen durchsetzen. „Unser Ziel ist es, dass Wohnungseinbruchdiebstähle künftig nicht mehr als minder schwere Fälle bestraft werden können“, sagte der CDU-Politiker. Eine Bundesratsinitiative Bayerns werde Mecklenburg-Vorpommern deshalb unterstützen.

Bislang kann Einbruchdiebstahl auch als minder schwerer Fall mit einer Strafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden. Würde diese Möglichkeit wegfallen, drohen Einbrechern generell Strafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. „Neben den materiellen Schäden leiden die Betroffenen oft psychisch, weil sie in ihrer Privatsphäre verletzt sind“, begründete Caffier die angestrebte Verschärfung. Opfer würden sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher fühlen.

Zudem fordert Caffier mehr Kompetenzen für die Polizei. „Wir müssen Einzeltätern und organisierten Banden auch mit modernen Ermittlungsmethoden das Handwerk legen dürfen.“ So soll bei Einbrüchen generell eine Telekommunikationsüberwachung möglich sein. Bislang ist dies nur bei Fällen von Bandendiebstahl erlaubt.

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Erst am Montag drang ein unbekannter Täter gegen 20 Uhr in ein Einfamilienhaus in Anklam ein, wie die Polizei gestern mitteilte. Der Einbrecher wurde allerdings vom heimkehrenden Sohn der Familie überrascht und floh ohne Beute durchs Fenster.

Landesweit 1521 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2013 – das waren 108 Taten mehr als 2012 und 187 mehr als 2011. Nur jeder dritte Einbruch wird aufgeklärt. Für 2014 liegen nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) noch keine offiziellen Zahlen vor. „Aber mit einer Entspannung der Situation können wir leider nicht rechnen“, sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt.

Ermittler gehen davon aus, dass neben polnischen Gruppierungen im Grenzkreis Vorpommern-Greifswald und einheimischen Gelegenheitstätern zunehmend gut organisierte Banden aus der Region Hamburg im Land auf Beutezug sind. Besonders betroffen davon ist der Landkreis Ludwigslust-Parchim.

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