Matzlow : Hähnchenmastanlage nimmt Gestalt an

Die Dimensionen der Ställe am Rande der Lewitz sind für die Aufzucht von fast 20000 Hänchen ausgelegt.
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Die Dimensionen der Ställe am Rande der Lewitz sind für die Aufzucht von fast 20000 Hänchen ausgelegt.

Der Bau der Mastanlage für Bio-Hähnchen zwischen Damm und Matzlow schreitet sichtbar voran. Bis Anfang September will die Firma Biogeflügel Mecklenburg GmbH an der Landstraße L 09 zwei Stallgebäude fertigstellen.

svz.de von
31. Juli 2012, 07:03 Uhr

Matzlow | Der Bau der Mastanlage für Bio-Hähnchen zwischen Damm und Matzlow schreitet deutlich sichtbar voran. Bis Anfang September - so der aktuelle Stand laut Marketingleiter Andreas Oberheu - will die in Severin ansässige Firma Biogeflügel Mecklenburg GmbH an der Landstraße L 09 auf einer umzäunten Fläche von zehn Hektar zwei Stallgebäude von jeweils 1600 Quadratmetern fertigstellen und dann mit insgesamt 19200 Masthähnchen bestücken.

Laut Geschäftsführer Armin Kremer ist die Produktion von Bio-Hähnchen gemäß der EU-Öko-Verordnung geplant. "Wir setzen auf Klasse und nicht auf Masse." Demgemäß werden innerhalb von 81 Tagen pro Quadratmeter lediglich sieben Hähnchen gemästet. Für jedes Tier stehe eine Auslauffläche von jeweils vier Quadratmetern zur Verfügung. "Die Besatzdichte muss Komfort und Wohlbefinden der Tiere gewährleisten." Bei konventionellen Anlagen mit 30000 oder gar 50000 Tieren pro Stall sei das Schlachtgewicht hingegen bereits nach 30 bis 40 Tagen erreicht "und es gibt dort keine Auslaufflächen". Laut Kremer herrscht eine große Nachfrage nach Qualitätsgeflügel. "Unser Unternehmen hat für seine Produkte viele Auszeichnungen errungen." Deshalb werde auch versucht, den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden. "Wir sind stolz darauf, sogar Kindernahrungshersteller beliefern zu dürfen." Bei den vier bis fünf Ausstallungen fallen jeweils acht Tonnen Hühnerkot pro Jahr und Stall an. Der Dung werde zentral in Zieslübbe gesammelt und dann auf Felder ausgebracht, wo Hühnerfutter produziert werde. "Wir streben einen abfalllosen Kreislauf an."

Bei einer Informationsveranstaltung in Damm hatte Planungsingenieur Jörn Berger (Rostock) im Frühjahr darauf hingewiesen, dass sich innerhalb eines Radius von 800 Metern keine Wohnbebauung befindet. Für die allgemein befürchtete Geruchsbelästigung hatte er die Daten konventioneller Anlagen zugrunde gelegt und war von einer bodennahen Geruchsquelle ohne jegliche Verdünnung ausgegangen. Im Abstand von 225 Metern liege selbst bei diesem äußerst ungünstigen Szenario eine Geruchsbelästigung mit einer Häufigkeit pro Jahresstunde bei lediglich zwei Prozent "und ist deshalb irrelevant". Mit Ammoniak in einer Konzentration von ein Mikrogramm pro Kubikmeter sei im Abstand von 118 Metern zu rechnen, mit drei Mikrogramm pro Kubikmeter bei 72 Meter. Die Lärmbelastung schätzt Berger nach überschlägiger Berechnung auf einen Wert von maximal 20 Dezibel und sei deshalb zu vernachlässigen. Die Versiegelung der Landschaft werde durch die Anpflanzung von Gehölzen kompensiert.


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