Kriminalität : Häftling wollte Hotel kaufen

Auf der Flucht: Der entkommene Häftling von Bützow ist fast 950 Kilometer ins Zillertal geflohen.
Auf der Flucht: Der entkommene Häftling von Bützow ist fast 950 Kilometer ins Zillertal geflohen.

Geflohener Strafgefangener aus Rostock im Zillertal gefasst.

svz.de von
21. März 2014, 20:56 Uhr

Der seit zwei Wochen gesuchte Häftling aus Mecklenburg-Vorpommern ist auf seiner Flucht jetzt in Österreich gefasst worden. Der 48-Jährige aus Schleswig-Holstein saß in Bützow wegen Betrugs ein und floh am 4. März während eines Klinikaufenthalts in Rostock. Seitdem wurde bundesweit nach ihm gefahndet. Am Dienstag fasste die Polizei den Flüchtigen in Strass im Zillertal, bestätigte das Justizministerium in Schwerin auf unsere Anfrage.

Stefan Eder von der Landespolizeidirektion Tirol berichtete gestern: „Der Mann hat wohl in der Zeit vom 11. März bis 18. März an zwölf verschiedenen Tatorten im Tiroler Unterland durch Vortäuschung, ein Millionär zu sein, Mietschulden in Hotels verursacht, Sponsor-Leistungen in Aussicht gestellt und Scheinkäufe bei Autofirmen getätigt.“ Als er erwischt wurde, gab er vor, ein Hotel kaufen zu wollen.

„Wegen des Verdachts der Fluchtgefahr wurde er in die Justizanstalt Innsbruck gebracht“, so Eder weiter. Da keine internationale Fahndung der Staatsanwaltschaft Schwerin vorhanden ist, sind die österreichischen Beamten nicht verpflichtet ihn zu überführen.

„Es ist noch nicht geklärt, wann er nach Bützow zurückkehrt“, erklärt Thilo Stolpe, Sprecher des Justizministeriums von MV. Es sei auch noch nicht geklärt, ob die ihm vorgeworfenen Verbrechen tatsächlich begangen wurden und inwieweit diese geahndet werden. „Das muss erst mal geprüft werden“, so Stolpe weiter. Mit den Betrügereien habe er mehrere Hundert Euro Schaden angerichtet. Dem 48-jährigen Häftling ist bei einer Behandlung in der Uniklinik Rostock die Flucht gelungen. Der Mann lag seit Ende Januar in der inneren Medizin. Ein Vollzugsbeamter war zu seiner permanenten Überwachung eingesetzt. Offenbar war der Gefangene am Abend seiner Flucht nicht gefesselt zur Toilette auf den Flur gegangen, sagt Stolpe. Die Umstände der Flucht werden momentan in einem Disziplinarverfahren gegen den Justizbeamten ermittelt. Im Oktober wäre die Haftzeit um gewesen.

„Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Kontakt zu den Behörden in Innsbruck aufgenommen, wir möchten die Auslieferung erreichen“, sagt Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek. Ungefähr 2500-mal pro Jahr dürfen Inhaftierte die Haftanstalt verlassen, weil sie zu Behörden müssen oder andere wichtige Angelegenheiten zu regeln haben. Dabei werden sie von einem Beamten begleitet.

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