zur Navigation springen

Rostock/Wismar/Wolgast : Häfen wollen eine Schippe drauflegen

vom

Die Seehäfen im Land wollen dieses Jahr teils kräftig investieren. Die dicksten Brocken stemmt dabei natürlich Rostock: „Wir planen 2012 erneut mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro."

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2012 | 07:35 Uhr

Rostock/Wismar/Wolgast | Die Seehäfen im Land wollen dieses Jahr teils kräftig investieren. Die dicksten Brocken stemmt dabei natürlich Rostock: "Wir planen 2012 erneut mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro. Davon sind etwa 21 Millionen Euro für den weiteren Ausbau des Fähr- und RoRo-Terminals sowie der Umschlaganlage für den Kombinierten Ladungsverkehr vorgesehen", kündigte gestern Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH, an. Weitere große Bauprojekte in diesem Jahr seien der Bau und die Fertigstellung der östlichen Straßenanbindung zum Gewerbegebiet im Hafenvorgelände für rund 2,5 Millionen Euro, der Bau von Logistikflächen sowie eine Straßensanierung. Das vergangene Jahr verlief für die Rostocker nicht rosig, blickte Bauermeister auch zurück - der Seehafen musste mit 22,3 Millionen Tonnen einen Umschlagsrückgang von sechs Prozent im Vergleich zu Vorjahr hinnehmen. Insbesondere der heftige Einbruch beim Rohölumschlag verhagelte die Umschlagbilanz, Bauermeister. Der gesamte Umschlag von Flüssiggütern ging um 38 Prozent auf 2,9 Millionen Tonnen zurück.

"Das beste Ergebnis überhaupt"

Ganz anders sieht das im - weitaus kleineren - Hafen Stralsund aus: "Wir hatten 2011 das beste Umschlagergebnis überhaupt", bilanzierte auf Nachfrage Marketing-Chef Sören Jurrat. Mit 1,6 Millionen Tonnen verbuche man eine Steigerung von 16 Prozent. Schüttgut, Schrott und Produkte der maritimen Industrie hätten zu der guten Bilanz beigetragen. Die Importe seien von 12 000 Tonnen auf 39 000 Tonnen gestiegen, Das zeige, dass es auch der Werft wieder besser gehe. An Investitionen plant der Hafen Stralsund laut Jurrat in diesem Jahr eine Gleisanbindung zum Frachthafen. Kostenpunkt: 5,5 Millionen Euro. Hinzu komme die Anschaffung eines Rangiergerätes für 500 000 Euro.

Wiederum Einbußen musste der Hafen Wismar hinnehmen - so ist laut Geschäftsführer Michael Kremp im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtleistung um 4 Prozent zurückgegangen. Mit rund 6,4 Millionen Tonnen Gesamtumschlagsvolumen schließe Wismar das Jahr 2011 aber mit einem zufriedenstellenden Ergebnis nach den weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten ab, findet Kremp. Für das Geschäftsjahr 2012 rechnen man wieder mit einem positiveren Umschlagergebnis. Ein besonderes Augenmerk werde dieses Jahr auf das Planfeststellungsverfahren für die Fahrwasservertiefung zur Anpassung an die deutlich zunehmenden Schiffsgrößen sowie dem zweiten Bauabschnitt der Hafenerweiterung gelegt.

In Wolgast schließlich endet die Wellenbewegung, denn dort wiederum steht eine leichte Steigerung in den Büchern: 5 Prozent Plus bilanziert Geschäftsführer Hellmut Heinz gegenüber 2010, insgesamt wurden in der Peenestadt 490 000 Tonnen umgeschlagen. Hauptprodukte waren laut Heinz Getreide, landwirtschaftliche Geräte und Baustoffe. Geplant ist in Wolgast dieses Jahr der Neubau einer Lagerhalle.

Mit großen Fähren und Kreuzfahrtschiffen können Wismar, Stralsund und Wolgast nicht punkten. In Rostock allerdings bleibt der Kreuzfahrttourismus Prunkstück. Die Zahl der Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden, Finnland und Polen nahm aber um 50 000 auf gut 2 Millionen ab. Mit dem Einsatz der neuen, wesentlich größeren Fährschiffe der Reederei Scandlines auf der Linie Rostock-Gedser werde ab diesem Frühjahr eine Trendwende erwartet, zeigte sich Bauermeister überzeugt. 2012 werden seinen Angaben nach 40 Kreuzfahrtschiffe den Passagierhafen von Rostock- Warnemünde zusammen 181 Mal anlaufen, dies sei erneut ein Rekord. Damit bleibe Rostock Deutschlands beliebtestes Reiseziel für Kreuzfahrttouristen aus aller Welt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen