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Mecklenburg-Vorpommern : Hacker greifen Netz der Landesregierung an

vom

Täglich 20 E-Mails mit gefährlichen Spionageprogrammen im Anhang: Das landeseigene DVZ muss zunehmend Attacken von Computerviren und Spionageprogrammen gegen das Regierungsnetz MV abwehren.

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2012 | 06:19 Uhr

Schwerin | Das landeseigene Datenverarbeitungszentrum (DVZ) muss zunehmend Attacken von Computerviren und Spionageprogrammen gegen das Regierungsnetz Mecklenburg-Vorpommerns abwehren. Wie das DVZ auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, erreichen an einem durchschnittlichen Arbeitstag etwa 1,1 Millionen E-Mails die zentralen Firewall-Systeme zum Schutz des Regierungsnetzes. Davon sind etwa 500 Mails mit Viren belastet, die das gesamte System von Landesregierung und Landtag lahmlegen könnten. Täglich 20 Mails enthalten im ihren Anhängen gefährliche Spionageprogramme, mit denen Hacker versuchen, an geheime Daten zu gelangen. Zudem registriert das DVZ pro Tag 20 000 Portscans, mit denen das Regierungssystem von außen nach Schwachstellen und nach Möglichkeiten zum Eindringen abgesucht wird. Zu der morgen in Warnemünde beginnenden Innenministerkonferenz rechnet das DVZ sogar mit einer deutlichen Zunahme der Cyberangriffe. "Bei solchen Anlässen steigt die Zahl der Angriffe um ein Vielfaches", sagt DVZ-Sprecher André Korsch.

Bislang konnten alle Attacken erfolgreich abgewehrt werden. "Generell ist im Web allerdings die Tendenz zu erkennen, dass Cyberkriminelle immer professioneller werden", so Korsch. Der Aufwand, die Systeme zu schützen, steige. Täglich würde die Sicherheitstechnik in Zusammenarbeit mit den Herstellern auf den aktuellsten Stand gebracht. Sicherheitsexperten im DVZ würden zudem im Verdachtsfall Datenströme nach auffälligen Mustern untersuchen und turnusmäßig Hackerangriffe simulieren um eigene Schwachstellen zu erkennen.

Ein Problem sind auch die Millionen von ärgerlichen Spam-Mails, die unverlangt und häufig mit werbenden Inhalt an Empfänger in Ministerien und im Landtag gesendet werden. An einem durchschnittlichen Arbeitstag würden über die Systeme der DVZ in Richtung Landtagsverwaltung und Fraktionen etwa 250000 E-Mails laufen. "Darunter sind nur etwa 950 gültige E-Mails, 99 Prozent des Aufkommens, wird als Spam eingestuft", berichtet Korsch.

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