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Enkeltrick : Gutgläubige Rentnerin gibt falscher Enkelin 55 000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Enkeltrick-Betrügereien in MV nahmen 2014 stark zu:192 Fälle bis Ende November landesweit registriert

Betrügereien mit dem sogenannten Enkeltrick haben in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern stark zugenommen. Bis Ende November registrierte die Polizei landesweit 192 derartige Straftaten, wie das Landeskriminalamt (LKA) gestern an seinem Sitz in Leezen bei Schwerin mitteilte. Das seien 37 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 140 Fälle gezählt wurden. Die Täter erbeuteten teilweise enorme Summen. So nahmen Unbekannte einer 83-jährigen Frau in Wismar im Oktober 55 000 Euro ab. Eine Anruferin hatte sich bei der Rentnerin telefonisch als Enkelin vorgestellt und erklärt, dass sie für einen Hauskauf dringend Geld benötige. Ihr Mann sei bereits bei der Bank. Daraufhin übergab die 83-Jährige 30 000 Euro an eine angebliche Notargehilfin, die sie zu Hause aufsuchte. Nach der Geldübergabe bekam die Seniorin einen erneuten Anruf, dieses Mal von einem Mann, der sich als Ehemann der Enkelin ausgab und einen weiteren Geldbetrag forderte. Die alte Dame übergab noch einmal 25  000 Euro. Die 83-jährige hatte ihr gesamtes Geld zu Hause aufbewahrt. Insgesamt erbeuteten Enkeltrick-Betrüger von Januar bis November laut LKA in Mecklenburg-Vorpommern rund 350  000 Euro. Das seien 70  000 Euro mehr als im Vorjahreszeitraum gewesen. Die Polizei riet zu Misstrauen, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt. „Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert“, empfahlen die Beamten. „Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.“ Auch sollten keine Details zu den eigenen familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Und schließlich: „Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.“ Bei verdächtigen Anrufen sollte sofort die Polizei eingeschaltet werden, so das LKA. 

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