Tierpark Burg Stargard : Gute Nacht für Luchse und Nandus?

Eingangsschild des Zoos
Eingangsschild des Zoos

Burg Stargard will den Tierpark schließen / Landeszooverband will helfen

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04. August 2015, 21:00 Uhr

Der Tierpark Burg Stargard (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) hat bisher vor allem mit Tierfluchten für Schlagzeilen gesorgt. Erst im Frühjahr sprang ein Zwerghirsch über den Zaun und verschwand. Nun geht es um die Tierpark-Existenz. Die Stadtvertretung Burg Stargards hat im Juni beschlossen, den Tierpark im Oktober zu schließen.

Gestern hat der Landeszooverband der Kleinstadt seine Hilfe angeboten. „Das geht aber nur, wenn sich die Kommune zur Weiterführung – in welcher Form auch immer – entschließt“, sagte Verbandschef Udo Nagel, der den Rostocker Zoo leitet.

Zugleich legte der Tierpark-Förderverein mehr als 700 Unterschriften für den Erhalt des kleinen Zoos vor. „Damit ist die nötige Zahl für ein Bürgerbegehren mehr als erfüllt“, sagte Vereinsleiter Ralf-Peter Hässelbarth.

Es wäre die erste Tierparkschließung einer Stadt im Nordosten aus Kostengründen seit 20 Jahren.     „Wir haben einen Haushalt von rund 8,5 Millionen Euro und ein Minus von 800 000 Euro“, erläuterte Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU). Der Zuschuss zum  Tierpark  von  bis zu 150 000 Euro im Jahr sei für die Stadt nicht mehr tragbar. Außerdem wären erhebliche Investitionen nötig.

Der Tierpark war von 1968 an für die Bezirksstadt Neubrandenburg angelegt worden. Neubrandenburg hat seit 1990 ein Drittel der Einwohner verloren und seine Zahlung vor Jahren eingestellt. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, sagte Lorenz. Burg Stargard hat nur rund 4700 Einwohner und will sich auf seine Denkmäler konzentrieren.

Rund 400 Tiere leben derzeit auf dem Klüschenberg, darunter Nandus, Waschbären, Zwerghirsche und Luchse. Es gibt auch ein begehbares Gehege mit Berberaffen, Ziegen und Schlangen.

Die Wege unter riesigen Bäumen sind holprig und schwer begehbar, einige aus Sicherheitsgründen gesperrt. „Es gibt viele hausgemachte Probleme“, sagte Nagel. Doch der Park könnte „in abgeänderter Form und mit einem anderen Träger weitergeführt werden“, sagte der Stralsunder Christoph Langner vom Vorstand des Landeszooverbandes.

Im September soll sich die Stadtvertretung mit dem Tierpark befassen. Die Abgeordneten müssten dann entscheiden, ob sie an anderer Stelle sparen wollen. Bis dahin ist vielleicht auch der chinesische Ausreißer-Zwerghirsch wieder da.  

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