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Redefin: Umstrukturierung vorgeschlagen : Gutachter: Landgestüt privatisieren

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Rostocker Wirtschaftsberater empfehlen eine Umwandlung des Landgestüts Redefin in eine GmbH sowie eine Reduzierung des Personals. Damit könnten die Landeszuschüsse verringert werden. Ohne Zuschüsse geht es aber nicht.

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erstellt am 30.Jul.2013 | 06:59 Uhr

Schwerin | Das Landgestüt Redefin sollte nach Ansicht von Gutachtern privatisiert und in eine GmbH umgewandelt werden. So könnte der jährliche staatliche Zuschussbedarf von derzeit 1,6 Millionen Euro auf 1,41 Millionen gesenkt werden, wie der Sender NDR 1 Radio MV gestern berichtete. Der Rundfunk berief sich auf ein Gutachten der Rostocker Wirtschaftsberatung Ecovis AG Grieger Mallison, das im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums erarbeitet wurde. Demnach soll auch beim Personal deutlich, aber ohne betriebsbedingte Kündigungen, gespart werden. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) will das Gutachten am kommenden Dienstag in Schwerin im Kabinett vorstellen, teilte eine Sprecherin mit. Vorab gebe es aus dem Ministerium dazu keine Informationen.

Das Landgestüt arbeitet nicht kostendeckend. Durch Umstrukturierungen und Ausgliederungen sei das Defizit den Gutachtern zufolge nur leicht zu senken. Das Gestüt sollte zudem die Tourismus-Aktivitäten verstärken. Das Gutachten, das nach Ministeriumsangaben 56 000 Euro gekostet hat, kritisiert laut Radio: "Eine effektive und detaillierte Marketing-, Vertriebs- und Kommunikationsstrategie ist derzeit nicht vorhanden." Durch mehr Werbung und Vermietungen von Ferien- und Gästewohnungen ließen sich pro Jahr weitere 150 000 Euro erzielen, das Land müsste dann 1,26 Millionen zuschießen.

Mehr sei allerdings sei nach derzeitigem Stand nicht zu erreichen, zumal die Einnahmen aus den Deckleistungen der Pferde und den Hengstparaden deutlich zurückgegangen seien.

Der Landesrechnungshof hatte 2012 moniert, dass die erwarteten Zusatzeinnahmen aus dem erweiterten Reit- und Fahrschulangebot ausblieben, vor allem weil es bei den notwendigen Baumaßnahmen erhebliche Verzögerungen gegeben habe. Entgegen eigenen Beschlüssen habe die Landesregierung die Zuschüsse seit 2008 nicht verringert, sondern bis 2011 sogar auf 1,52 Millionen Euro erhöht.

2012 hatte das Gestüt nach Ministeriumsangaben 40 Mitarbeiter und elf Lehrlinge. 135 hochklassige Pferde wurden gehalten, darunter 51 Zuchthengste. Zum Bestand gehörten selten gewordene Rassen wie das Rheinisch-Deutsche Kaltblut, Mecklenburger und Lewitzer Hengste.

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