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Landgericht Neubrandenburg : Gutachten über Sprengstoffbastler nötig

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein Bastler hat in Mecklenburg-Vorpommern jahrelang mit gefährlichem Sprengstoff experimentiert. Ein Gericht verurteilt ihn zu Haft. Der Fall geht in die nächste Instanz, verläuft aber anders als erwartet.

Der Berufungsprozess gegen einen Sprengstoffbastler aus Woldegk am Landgericht Neubrandenburg ist überraschend geplatzt. Die Berufungskammer ordnete gestern an, dass der 34-jährige Angeklagte von einem psychiatrischen Experten begutachtet wird.

Dieser soll feststellen, in welchem Maß der geständige Bastler schuldfähig ist oder ob eine Therapie für den Angeklagten in Frage kommt. „Da dies vier bis acht Monate dauert, wird der Prozess ausgesetzt und muss danach neu beginnen“, sagte Richter Jochen Unterlöhner.

Ausschlaggebend für das Gutachten waren unter anderem Zettel, auf denen der 34-Jährige scheinbar wirre Todesfantasien und Formeln notiert hatte sowie sein Verhalten vor Gericht. Der Woldegker hatte zugegeben, in seiner Wohnung im dritten Stock eines Plattenbaus von 2013 bis Februar 2016 mit großen Mengen explosiver Substanzen experimentiert zu haben. Im Freien testete er etwa 50 Mal Sprengungen und filmte sie in Zeitlupe. Die Filmaufnahmen wurden gestern vor Gericht abgespielt. Als Motiv für den Umgang mit den Chemikalien nannte der Angeklagte Hobby und Langeweile.

Ein Amtsgericht hatte den arbeitslosen Landmaschinenmechaniker im September 2016 wegen Verstoßes gegen Sprengstoff- und Waffengesetze zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Richter war über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinausgegangen.Mit der eingelegten Berufung wollte der Mann eine Bewährungsstrafe erreichen.

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