P+S-Werften : Gutachten: Kein Hinweis auf Gefälligkeit

P+S-Werften in Stralsund
P+S-Werften in Stralsund

Der Insolvenzverwalter entlastet das Land: Das fehlerhafte Sanierungsgutachten für die P+S-Werften sei nicht auf politischen Druck aus Schwerin hin entstanden.

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16. Juni 2015, 08:00 Uhr

Der Insolvenzverwalter der P+S-Werften, Berthold Brinkmann, hat keine Hinweise darauf, dass die Firma KPMG für das Land ein Gefälligkeitsgutachten zur Sanierungsfähigkeit der Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast erstellt hat. Kein Ermittlungsergebnis lasse bislang auf eine unzulässige Einflussnahme des Landes auf das Wirtschaftsprüfungsunternehmen schließen, sagte Brinkmann am Montag als Zeuge im Werften-Untersuchungsausschuss des Landtags.

Das Sanierungsgutachten und die Sanierungsbegleitung durch KPMG sollen stark fehlerhaft gewesen sein. Deshalb hat Brinkmann bereits eine Schadenersatzklage gegen das Unternehmen angekündigt. Die Klage soll voraussichtlich im September erhoben werden, wie er sagte. Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters hat KPMG grob fahrlässig gehandelt. Vorsatz könne er zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht erkennen, sagte Brinkmann. Gravierend ist aus seiner Sicht vor allem, dass KPMG noch Ende 2011 – nachdem aufgrund falscher Planungen immer wieder Liquiditätslücken aufgetreten seien – die Richtigkeit des Sanierungsgutachtens von Anfang 2010 bestätigte. Im August 2012 wurde Insolvenz für die Werften beantragt.

Die Obfrau der Linken im Untersuchungsausschuss, Jeannine Rösler, zeigte sich nach der Zeugenvernehmung verwundert, dass die Landesregierung und ihr Mandatar, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC, an den Aussagen von KPMG keine Zweifel hegten und keine groben Fehler erkannten. „Jegliche Schuld und Verantwortung von sich zu weisen, erscheint zunehmend unglaubwürdig“, sagte sie.

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