Tourismusbarometer MV : Gut ist nicht gut genug

Schlechter Sommer, schlechte Zahlen?
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Schlechter Sommer, schlechte Zahlen?

Sparkassen-Tourismusbarometer für MV vorgestellt: Verbessern soll sich vor allem die Qualität des Fremdenverkehrs

svz.de von
20. September 2017, 20:29 Uhr

Michael Ermrich probierte es zu Beginn mit einem Lacher. Mit der Veranstaltung im Schloss Ludwigslust würde die Reise durch den Osten Deutschlands enden. Mecklenburg-Vorpommern sei demnach „das letzte Land“, in dem er in Funktion als Geschäftsführer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes den Tourismusbaromter präsentierte. Das sei natürlich nicht wörtlich zu nehmen, und das sollte ein Witz sein, immerhin würden die Zahlen zeigen: Der Tourismus in MV gehört gemessen an den Übernachtungen noch immer zum Besten, was Deutschland zu bieten hat – 30,3 Millionen Übernachtungen im vergangen Jahr, für das Land war das ein neuer Rekord. Danach allerdings fiel häufig das Wörtchen „aber“.

Laut der Studie würden demnach die Marktanteile der Übernachtungen in MV mit 0,9 Prozent Zuwachs im ersten Halbjahr 2017 beinahe stagnieren. Im bundesweiten Vergleich ist nur Bremen schlechter. Direkte Konkurrenten, zum Beispiel Schleswig-Holstein, legten dafür um 5,5 Prozent zu. Und auch die hatten durchwachsenes Wetter. Erfolge müssten künftig nicht nur an Übernachtungen gemessen werden, sagte Ermrich. „Die Qualität muss sich verbessern.“ Ähnlich sieht es Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes MV. Er traue sich schon gar nicht mehr, über die guten Zahlen zu sprechen, denn der Fremdenverkehr dürfe nicht zum „Selbstläufer werden“. Waldmüller fordert Verbesserungen, beispielsweise bei Rad- oder Wanderwegen, ebenso beim öffentlichen Nahverkehr. Er sieht zudem in Zukunft die große Aufgabe, ein erhöhtes Tourismusbewusstsein bei den Einheimischen zu erzeugen, um so auch die Gastgeberfreundlichkeit anzuheben. Denn: Der Studie zufolge ist MV bei der Gästezufriedenheit im Ranking der Bundesländer seit 2012 von Platz eins auf Platz fünf gerutscht.

Um den Tourismus gut für die Zukunft aufzustellen, sagte Michael Ermrich, bräuchte es Investitionen. Die Chancen dafür stünden gut: Die Eigenkapitalquote der Unternehmen sei zwischen 2005 und 2015 um 8,1 Prozent auf 11,8 Prozent gestiegen. Damit übertreffe MV den ostdeutschlandweiten Wert von 10,4 Prozent und den deutschlandweiten Wert von 8,6 Prozent.



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