zur Navigation springen

Seltene Rotkopfschafe in Teterow : Gut behütet mit feinster Wolle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seltene Rotkopfschafe aus den Pyrenäen hätte es beinahe nicht mehr gegeben

Rike Feurstein ist von ihren Schafen begeistert. Die Berliner Hutdesignerin besitzt eine Herde französischer Rotkopfschafe, die ihr für ihre Hutkreationen feinste Wolle liefern. Die in den Pyrenäen beheimateten Rouge du Roussillon wären vor 35 Jahren fast ausgestorben. Rike Feursteins Herde bei Teterow ist mit mehr als 50 Tieren deutschlandweit die größte. Die Rasse gilt immer noch als vom Aussterben bedroht. Weltweit soll es nur 200 Rotkopfschafe geben.

Nach dem Winter ist ihre Herde jetzt wieder zusammen. Während die Mütter mit ihrem Nachwuchs in den kalten Monaten im Stall bleiben durften, mussten die Böcke monatelang allein auf der Weide ausharren. Wie Feurstein erzählt, haben Mitglieder einer international aktiven Tierschutzorganisation die letzte Herde vor ein paar Jahrzehnten vor dem Schlachthof gerettet. Ursprünglich lebten die an Kopf und Beinen rot gefärbten Schafe ausschließlich in den französischen Pyrenäen, wo sie im Fernweidebetrieb sowie in klassischer Wanderviehwirtschaft gehalten wurden. Als sich die traditionelle Haltung nicht mehr rechnete, gaben sämtliche Schäfer binnen weniger Jahre auf. Nahezu alle Feursteinschen Schafe sind Nachfahren der geretteten Herde.

„Was mich an den Tieren begeistert, ist neben ihrem Aussehen die einzigartige Wollqualität“, sagt Rike Feurstein. Eigentlich von Beruf Rechtsanwältin, lernte sie später in New York das Hutmacherhandwerk. Sie stamme aus einer Textilfamilie, sagt sie zur Begründung. „Der Faden ist lediglich 20 Mikrometer dünn. Das ist ideal für meine Hutkreationen“, erklärt die Mittvierzigerin und hält einen Faden gegen das Licht. Mit bloßem Auge ist er nicht zu erkennen. Ein Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter. Textilexperten beschreiben die Wollqualität der Rouge du Roussillon als gut spinnbar, gut filzbar und gut färbbar.

Während Feurstein Wiedersehen mit ihren Schafen feiert, schreitet Siegfried Martinmaas, Landwirt im Nebenerwerb in Groß Wüstenfelde, die eingezäunte, rund sechs Hektar große Weide ab. „Ich muss regelmäßig kontrollieren, ob noch alles dicht ist. Anwohner wollen in der Nähe einen Wolf gesehen haben. Springt der hier rein, ist alles vorbei“, ist seine Befürchtung.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Apr.2017 | 06:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen