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Wirtschaft in Mecklenburg : Gummibärchen für die USA

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aufschwung in Mecklenburg: Bonbonhersteller Sweet Tec und Fleischwerk Danish Crown erweitern / Kanadier steigen bei Rota und Rewatec ein

In Boizenburger Firmen ist 2014 weiter Bewegung gekommen. Exemplarisch steht dafür der Eigentümerwechsel bei der Firma Rota. Der Süßwarenhersteller Sweet Tec erweitert den Betrieb für die Produktion von Gelee- und Fruchtgummis. Danish Crown nimmt den japanischen Markt stärker ins Visier.

Die Firma Rota, die seit mehr als zehn Jahren Kunststoffformteile im Rotationsformverfahren entwickelt, konstruiert und produziert, und das Vertriebsunternehmen Rewatec sind jetzt in kanadischer Hand. Das Unternehmen Premier Tech gab Ende Oktober die Übernahme beider Betriebe durch deren Environmental Technologies Group bekannt.

Das Boizenburger Werk und Rewatec, die zusammen über 100 Mitarbeiter beschäftigen, sind nunmehr Teil von Premier Tech Aqua. Hintergrund der Neuausrichtung ist der Verkauf der Anteile der bisherigen Hauptgesellschafter Marco Rumberg, Wolfgang Voss und Olaf Koops. Rota stellt u. a. Tanks für den unterirdischen Einbau zum Sammeln von Regen- oder Abwasser her. Wolfgang Voss begründete die Entscheidung für den Eigentümerwechsel mit den seit Jahren schwankenden Märkten. Um künftig besser gegen Krisen gewappnet zu sein, hätten sich die Gesellschafter entschieden, einen starken Partner zu suchen.

Hat sich die 2004 gegründete Firma Sweet Tec bisher vor allem einen Namen mit Kau- und Hartbonbons gemacht, soll nun der Markt mit weicheren Naschereien erobert werden. Für die Herstellung von Gelee- und Fruchtgummis für das In- und Ausland werden zwei weitere Produktionshallen neu gebaut, ein modernes Hochregallager sowie neue Silos für Zucker und Glukose und eine Vorkläranlage errichtet. Entstehendes Biogas soll künftig als Energie für den Produktionsprozess genutzt werden. Mit den geplanten Investitionen kommen zu den bereits bestehenden knapp 225 weitere 124 Arbeitsplätze hinzu. Produktionsbeginn ist für Mai 2015 vorgesehen. Dann werden nicht nur für die einheimischen Abnehmer, sondern auch für Märkte in den USA und Kanada im großen Stil Gummibärchen, gezuckerte und saure Gummiprodukte und Fruchtgummis mit hohem Fruchtsaftanteil über die Boizenburger Bänder laufen. Die Erweiterung der Betriebsstätte wird vom Wirtschaftsministerium des Landes mit 8,1 Millionen Euro gefördert.

Über die Landesgrenzen hinaus zieht es auch das Boizenburger Fleischwerk von Danish Crown. Das Unternehmen will den Marktanteil des Lebensmittelunternehmens in Japan weiter ausbauen. Der Zerlege- und Verpackungsbetrieb für Schweinefleisch hat im Herbst eigens eine neue Produktionslinie für Kunden in Fernost in Betrieb genommen. Japan gehört neben der EU, Russland und den USA zu den Hauptabnehmern von Schweinefleischprodukten der Danish-Crown-Aktiengesellschaft, deren Eigentümerin die Genossenschaft „Leverandørselskabet Danish Crown Amba“ ist. In der Boizenburger Niederlassung wurde in der Zerlegehalle ein eigener Raum für das Geschäft mit Japan hergerichtet und neue Technik installiert, wie Werkmanager Ole Lyngesen berichtete. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 500 000 Euro. Für den japanischen Markt wird dort künftig ausschließlich Hackfleisch produziert, das dann später im Kaiserreich als Rohstoffgrundlage für die Wurstherstellung dient. Laut Lyngesen sollen pro Monat 200 bis 400 Tonnen Hackfleisch für Japan zubereitet werden. Danish Crown hatte den Boizenburger Betrieb 2002 gekauft.




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