Ausstellung für neues Museum Schwerin : Günther Uecker baut auf

Günther Uecker
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Günther Uecker

Der international renommierte Konzept- und Nagelkünstler arbeitet an erste Ausstellung für neues Museum in Schwerin

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24. Juni 2016, 21:00 Uhr

Er ist Mecklenburgs wohl berühmtester Maler der Moderne: der Nagel- und Konzeptkünstler Günther Uecker. Seit Freitag arbeitet er im Museumsneubau im Innenhof der Schweriner Kunstsammlung Alte und Neue Meister an seiner Eröffnungsausstellung. Diese wird erstmals bei der Einweihung des Neubaus am Donnerstagabend, 30. Juni, und am Freitag, 1. Juli, bei einem großen Sommerfest mit freiem Eintritt in den Neubau und in das Staatliche Museum auf dem Alten Garten zu sehen sein. Eine gläserne Brücke verbindet den Neubau mit dem 1882 eröffneten Altbau.

Günther Uecker, der 1930 in Wendorf bei Schwerin geboren wurde und auf der Halbinsel Wustrow aufwuchs, hat eigens für Schwerin eine Serie neuer „Wustrower Tücher“ gefertigt, die im Obergeschoss des Neubaus gezeigt wird. Der international renommierte Künstler nimmt Bezug auf seine Erlebnisse am Kriegsende: Sowjetische Soldaten zwangen ihn, Leichen vom Untergang der „Cap Arkona“, die an den Wustrower Strand gespült wurden, zu vergraben. Es waren 4600 KZ-Häftlinge und 500 Soldaten an Bord. Seit 2010 sucht Uecker die Halbinsel immer wieder auf, um an den Stellen, an denen er 1945 die Leichen verscharrt hatte, Tücher auf den Sand zu legen und große Bilder zu schaffen. Diese zwei mal vier Meter großen Baumwolltücher, bearbeitet mit weißer Kreide auf Leinwand, wurden gestern gehängt. Uecker: „Zum Projekt gehört ein 50-minütiger Film, der das Entstehen auf Wustrow zeigt. Er wird gemeinsam mit weiteren Tüchern zu sehen sein.“ In der Ausstellung zu sehen sind u.a. eine großformatige Sandspirale und ein großer Nageltisch. Insgesamt finden sich im Neu- und Altbau auf 1500 Quadratmetern Künstler der Moderne. „Das Ansehen des Museums wird sich durch die zeitgenössische Kunst ändern“, verspricht Museumsdirektor Dirk Blübaum schon jetzt.

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