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Zwei Anwohner betroffen : Grundstücke an Steilküste gesperrt

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Wegen der Gefahr von Steilküstenabbrüchen ist auf der Insel Rügen ein rund 100 Meter breiter und etwa 30 Meter tiefer Hangabschnitt gesperrt worden. Betroffen sind Grundstücke von zwei Anwohnern.

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erstellt am 25.Sep.2013 | 07:54 Uhr

Sassnitz | Wegen der Gefahr von Steilküstenabbrüchen ist in Sassnitz auf der Insel Rügen ein rund 100 Meter breiter und etwa 30 Meter tiefer Hangabschnitt gesperrt worden. Betroffen sind nach Angaben des Landkreises Grundstücke von zwei Anwohnern sowie der untere Teil einer Straße. Hintergrund ist ein vom Kreis in Auftrag gegebenes hydrologisches Gutachten, wonach weitere Abbrüche in dem Bereich zu erwarten seien. Der Hang, an dessen Klifffuß marine Kräfte wirkten, sei sehr steil. Deshalb könnten von oben Sand- und Mergelschichten nachbrechen, sagte gestern der Chef des Ingenieursbüros Wastra-Plan, Jörg Gothrow. Vor drei Jahren waren in diesem Bereich bereits Kliffabschnitte samt Hecke in die Tiefe gestürzt, worauf der Kreis das Gutachten in Auftrag gab und jetzt die Nutzungsverbote aussprach.

Der von der Sperrung betroffene Sassnitzer Thomas Kaul geht rechtlich gegen das Nutzungsverbot vor. Er habe beim Verwaltungsgericht Greifswald einen Antrag auf aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs gestellt, sagte er. Auf seinem Grundstück ist ein 1500 Quadratmeter großes Areal mit Garagen und Büro von der Sperrung betroffen. Der Nachbar musste sein Wohnhaus räumen. Kaul kritisierte, Land und Kommune würden ihrer Sicherungspflicht der Schutzanlagen nicht nachkommen.

Die Küstenrückgangsrate betrug nach Angaben des Landes an dieser Stelle seit 1929 durchschnittlich 4,5 Meter in zehn Jahren. Das Land kündigte an, die vier Wellenbrecher zu verstärken, um zwei weitere zu ergänzen und den Steinstrand mit einer Geröllschüttung aufzustocken. Die Arbeiten könnten jedoch frühestens 2016 beginnen, hieß es aus dem Umweltministerium. Denn das Geld dafür soll erst im Etat 2016/17 bereitgestellt werden.

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