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Grundschul-Leistungsvergleich : Grundschulbildung: MV im Mittelfeld

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Die Grundschüler MVs liegen beim Lesen, Rechnen und Zuhören in der Mitte Deutschlands. Am Freitag wurden die Ergebnisse eines ersten Grundschul-Leistungsvergleichs vorgestellt. Bildungsminister Brodkorb ist zufrieden.

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erstellt am 05.Okt.2012 | 06:06 Uhr

Berlin/Schwerin | Die Grundschüler Mecklenburg- Vorpommerns liegen im bundesweiten Leistungsvergleich im Mittelfeld. Dies geht aus dem Bundesländer-Leistungsvergleich hervor, der gestern auf der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellt wurde. Getestet wurden die Disziplinen Lesen, Zuhören und Rechnen. Viertklässler in Mecklenburg und Vorpommern kommenn demnach jeweils auf Platz 8 unter den 16 Bundesländern. Am besten schnitten die Kinder in Bayern ab. Schlusslichter waren Berlin, Hamburg und Bremen.

"Die Ergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern können sich sehen lassen", sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). "Wir sollten uns aber nicht durch diesen Ländervergleich verunsichern lassen und auch nicht in bildungspolitischen Aktionismus verfallen, um bessere Plätze zu erreichen", mahnte er. Bayern und Sachsen zeigten, dass sich Kontinuität in der Bildungslandschaft auszahle. "Bis sich bildungspolitische Erfolge einstellen, vergehen fünf bis zehn Jahre", sagte der Minister.

Für den ersten rein innerdeutschen Grundschul-Leistungsvergleich wurden 2011 mehr als 30 000 Viertklässler an über 1300 Grund- und Förderschulen getestet.

Die Grundschüler Mecklenburg-Vorpommerns liegen im bundesweiten Leistungsvergleich im Mittelfeld.
Dies geht aus dem Bundesländer-Leistungsvergleich hervor, der am Freitag auf der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellt wurde. Getestet wurden die Disziplinen Lesen, Zuhören und Rechnen.

Die Kleinen in Mecklenburg und Vorpommern kommenn demnach jeweils auf Platz 8 unter den 16 Bundesländern. Am besten schnitten die Kinder in Bayern ab. Schlusslichter beim Lesen und Rechnen waren die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

„Die Ergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern können sich sehen lassen“, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). „Wir sollten uns aber nicht durch diesen Ländervergleich verunsichern lassen und auch nicht in bildungspolitischen Aktionismus verfallen, um bessere Plätze zu erreichen“, mahnte er. Bayern und Sachsen zeigten, dass sich Kontinuität in der Bildungslandschaft auszahle.

„Bis sich bildungspolitische Erfolge einstellen, vergehen fünf bis zehn Jahre“, sagte der Minister.
Für den ersten rein innerdeutschen Grundschul-Leistungsvergleich wurden im vergangenen Jahr mehr als 30 000 Viertklässler an über 1300 Grund- und Förderschulen getestet. Anders als bei den internationalen Schulleistungsstudien Pisa, Iglu und Timss wurden die Testaufgaben für den nationalen Vergleich allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll.

In Mecklenburg-Vorpommern haben 80 Grundschulen mit insgesamt 1652 Schülern am Ländervergleich im vergangenen Jahr teilgenommen. Die Schulen wurden nach einem Zufallsverfahren ausgewählt, die Klassen ausgelost. Auftraggeber der Studie war die Kultusministerkonferenz.

Bei den Vergleichen liegen im Mittelfeld die Bundesländer eng beisammen. So erhielten die Viertklässler in Mecklenburg-Vorpommern beim Lesen 496 Punkte, einen Punkt weniger als in Brandenburg und einen Punkt mehr als in Schleswig-Holstein und im Saarland. Die meisten Punkte bekamen die Schüler in Bayern mit 515 Punkten, die wenigsten in Bremen mit 463 Punkten. „Ein Unterschied von fünf Punkten ist statistisch nicht relevant“, erläuterte Test-Leiterin Petra Stanat.

Beim Rechnen erreichten die Kinder in Mecklenburg-Vorpommern 494 Punkte. Getestet wurde auch, wie gut Schüler aus Gehörtem Informationen ziehen können. In Mecklenburg-Vorpommern bekamen sie dafür 495 Punkte. Sie lagen damit jeweils knapp unter dem deutschen Durchschnitt von 500 Punkten.
Nach Angaben der bildungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, offenbart der Ländervergleich die mangelnde Förderung jener Kinder, die durch ihre familiäre und häusliche Situation geringere Chancen auf einen Lernerfolg haben.

Bildungsminister Brodkorb müsse einsehen, dass nicht allein engagierte Lehrkräfte die Defizite ausgleichen können. „Erforderlich ist eine begleitende Förderung, die in der Grundschule einsetzen muss, damit alle Mädchen und Jungen erfolgreich lernen können.“ Derzeit müssten Eltern mit ihren Kindern ausgleichen und nachholen, wofür in der Schule keine Zeit sei.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellte die Rangliste offen infrage: „Es sind immer die gleichen Länder an der Spitze und die gleichen am Ende“, sagte die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer der Nachrichtenagentur dpa. „Warum das so ist, ist auch zehn Jahre nach der ersten Pisa-Studie ein Buch mit sieben Siegeln. Und wie es zu ändern wäre, ist gänzlich unerforscht.“
Demmer forderte „neue Akzente in der Bildungsforschung“.

Sinnvoller sei es, nicht komplette Bundesländer, sondern wirtschaftlich und soziokulturell ähnliche Regionen miteinander zu vergleichen.

Die Untersuchung bestätigt frühere Erkenntnisse, wonach Jungen besser rechnen, die Mädchen dagegen besser lesen und schreiben können. Dies wird besonders bei der Orthografie deutlich. Dort sind die Mädchen den Jungen im Schnitt um 32 Punkte voraus - was dem Lernfortschritt von einem halben Schuljahr entspricht.

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