zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 19:08 Uhr

Rügen : Grünes Licht für Prora als Kurort

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Prora auf der Insel Rügen soll nach dem Willen der Gemeinde Binz Kurort werden.

Die Gemeindevertretung von Binz, zu dem das noch nicht klassifizierte Prora gehört, beschloss am Donnerstagabend einstimmig die Beantragung des Titels für den Ortsteil und den Beitritt der Gemeinde zum Heilbäderverband des Landes, wie Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos) sagte. Als Grund für die Kurort-Beantragung hatte der Gemeindechef die rasante Entwicklung Proras zu einem touristischen Zentrum angeführt. In der als „KdF-Seebad der 20 000“ geplanten NS-Hinterlassenschaft direkt an der Ostsee, die nach Kriegsende ausgebaut und militärisch genutzt wurde, entstehen derzeit rund 1000 Eigentums- und Ferienwohnungen. Der Bund hatte ab Mitte der 2000er-Jahre die fünf halbwegs intakten Blöcke der 4,5 Kilometer langen Riesenimmobilie verkauft. Die werbeträchtige und wegen der Kurtaxe finanziell lukrative Bezeichnung „Kurort“ vergibt das Sozialministerium.

Die Leiterin des Dokumentationszentrums Prora, Katja Lucke, kritisierte das Vorhaben: „Das ,Seebad Prora’ stellte als Instrument zur Gleichschaltung der Massen in der NS-Ideologie eine wesentliche Säule dar.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen