Flexibilisierungsjahr für Gymnasiasten : Grüne: "Tür für 13 Jahre zum Abi offenhalten"

Diskussion über sogenanntes «Flexibilisierungsjahres». Foto: F. Rumpenhorst/Archiv
Diskussion über sogenanntes «Flexibilisierungsjahres». Foto: F. Rumpenhorst/Archiv

Gymnasiasten sollten in MV die Möglichkeit bekommen, sich in einem zusätzlichen „Flexibilisierungsjahr“ besser auf den Endspurt zum Abitur vorzubereiten. Das haben gestern die Grünen im Landtag vorgeschlagen.

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19. September 2012, 06:27 Uhr

Durch die Hintertür wollen die Grünen zurück zum Abitur nach 13 Schuljahren. Mit der Einführung eines «Flexibilisierungsjahres» solle Schülern die Möglichkeit geboten werden, auf Wunsch das Abitur regulär nach 13 Jahren abzulegen, ohne eine Klasse wiederholen zu müssen. Dabei könnten Schüler den Lernstoff der 10. Klasse in zwei Jahren abarbeiten und gleichzeitig den Stoff der davor liegenden Jahre festigen. «Der Weg zum Abitur wird also flexibler», erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ulrike Berger, am Mittwoch in Schwerin. Im Dezember solle dazu im Landtag ein Antrag folgen, zuvor gebe es im November Informationsveranstaltungen mit Eltern-, Schüler- und Lehrervertretern.

Auslöser für den Vorstoß seien die dramatische Verschlechterung der Abiturnoten im Fach Mathematik und der massive Anstieg von Klassenwiederholungen an Gymnasien seit Wiedereinführung des Abiturs nach Klasse 12 gewesen. «Mit bloßem Sitzenbleiben - wie bisher - kann man das Problem nicht lösen», meinte Berger. Das «Flexibilisierungsjahr» nehme Rücksicht auf das individuelle Lerntempo der Schüler, mache das Bildungssystem durchlässiger und ermögliche es mehr Schülern das Abitur erfolgreich abzulegen. «Zudem erspart dies ihnen die negative Erfahrung, als Sitzenbleiber abgestempelt zu werden», erklärte die Grünen-Abgeordnete.

Am sogenannten Turbo-Abi hatte es bundesweit massiv Kritik gegeben. Laut Berger werden Hessen und Bayern zum kommenden Schuljahr ein «Flexibilisierungsjahr» einführen.

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