Grüne: Tempo runter auf der Reiferbahn

Einmal kurz Gas geben: 300 Meter hinter diesem Schild fahren Autos erneut in die Tempo-30-Zone der Innenstadt. Foto: Klawitter
Einmal kurz Gas geben: 300 Meter hinter diesem Schild fahren Autos erneut in die Tempo-30-Zone der Innenstadt. Foto: Klawitter

svz.de von
10. Juli 2012, 05:46 Uhr

Feldstadt | Der Schweriner Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt das Anliegen des Ortsbeirates Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg, auch die Reiferbahn am Schlosspark-Center zur Tempo-30-Zone zu machen. "Die Lebensqualität der Anwohner hat für uns oberste Priorität. Sie ist zweifellos wichtiger als der minimale Fahrzeitgewinn eines Autos auf einer nur 300 Meter langen Tempo-50-Strecke", sagt Frank Fiedler, Vorsitzender des Kreisverbandes Schwerin.

Tempo 30 trage außerdem nicht nur zum Lärmschutz bei, sondern immer wieder auch zur Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer. 2011 seien nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern im Gebiet der Landeshauptstadt Schwerin 33 Menschen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt worden. Ein Mensch sei gestorben. Erst vor kurzem sei in der Schelfstadt eine Fußgängerin durch einen Pkw ums Leben gekommen - allerdings in einer Tempo-30-Zone. Fiedler: "Angesichts dieser Fakten müssen sich die zuständigen Dezernenten fragen lassen, wie viele Tote und Schwerverletzte es noch geben muss, bevor sie aufwachen."

Die Grünen, so Fiedler, plädierten auch immer wieder für die Einrichtung so genannter Begegnungszonen: "Solche Zonen reduzieren das Unfallrisiko. Außerdem erübrigen sich durch sie in Aufbau und Betrieb kostspielige Ampelanlagen und teure Beschilderungen. Das kann nur im Interesse einer hoch verschuldeten Kommune liegen." In Begegnungszonen teilen sich Fußgänger, Radfahrer und Autos dieselbe Verkehrsfläche. Dabei gelte eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde. Begegnungszonen gelten als kostengünstig, weil z. B. keine Beschilderung benötigt wird. Das Modell ist in mehreren Städten erfolgreich getestet worden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen