Debatte in MV : Grüne stellen Zensuren in Grundschulen in Frage

Noten für Grundschüler sehen die Grünen kritisch.
Noten für Grundschüler sehen die Grünen kritisch.

Die Grünen in MV wollen weniger Zensuren in der Grundschule. Die Leistungsbewertung mittels Ziffernnoten werde von vielen Bildungsexperten sehr kritisch gesehen

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29. Juni 2015, 06:00 Uhr

Die Grünen in MV wollen weniger Zensuren in der Grundschule. Die Leistungsbewertung mittels Ziffernnoten werde von vielen Bildungsexperten sehr kritisch gesehen, heißt es im Beschluss eines Kleinen Parteitags der Grünen am Sonnabend in Bad Doberan.

Eine Ziffernnote gebe keine ausreichende Information über Kenntnisse und Fähigkeiten eines Schülers, sorge aber bei vielen schon in früher Kindheit für Ängste und Frust. Besser seien Kompetenzzeugnisse, die Leistungen in einzelnen Lernbereichen und den Förderbedarf wesentlich detaillierter aufzeigen könnten. Die Grünen schlagen vor, jede Grundschule selbst entscheiden zu lassen, ob sie ab Klasse zwei Ziffernnoten oder Kompetenzzeugnisse vergibt.

In dem Beschluss wird ein „Bildungserfolgspaket“ gefordert. Mit dessen Hilfe soll die Zahl der Schul- und Ausbildungsabbrecher in MV bis zum Jahr 2021 halbiert werden. Die Lehrpläne sollten demnach entschlackt werden. Weniger Fakten und dafür mehr Kompetenzen sollten vermittelt werden, heißt es.  Bei der Inklusion behinderter Kinder darf es dem Parteitagsbeschluss zufolge keinen Sparzwang geben. Jährlich müssten zusätzlich 25 Millionen Euro in Personal investiert werden. Bei dieser Forderung orientiere man sich an den Empfehlungen einer Expertenkommission, die die Landesregierung vor einigen Jahren eingesetzt hatte. Zur Inklusion gehört den Grünen zufolge auch der Schul- oder Berufsschulbesuch junger Flüchtlinge. Für Deutschkurse seien mehr Lehrer nötig. Jugendlichen, die in ihrem Leben noch nie oder nur kurz eine Schule besucht haben, müssten besondere Angebote gemacht werden.

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