Weihnachtsbaum Ernte : Grüne Festtagshelden

Reges Treiben herrscht auf dem Hof der Weihnachtsbaumplantage in Alt Steinhorst bei Marlow
Reges Treiben herrscht auf dem Hof der Weihnachtsbaumplantage in Alt Steinhorst bei Marlow

„Ernte“ der Weihnachtsbäume auf den Plantagen in MV läuft auf Hochtouren

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28. November 2015, 16:00 Uhr

In Alt Steinhorst bei Marlow sind die Weihnachtsbäume schon auf der Plantage geschmückt – allerdings nur mit bunten Bändern. Die roten, gelben, blauen und violetten Bänder stehen für Größe und Qualität und damit letztlich für den Preis eines jeden Baumes, erläutert der Chef der Ostseetannen GbR im Landkreis Rostock, Benedikt Schneebecke. An einigen Bäumen weht es auch lila/orange. „Die haben Pech gehabt. Die taugen nicht als Festtagsheld, sondern lediglich als Schnittgrün“, sagt er.

Mit 120 Hektar gilt sein Betrieb als einer der größten Anbauer von Weihnachtsbäumen in Ostdeutschland. Schneebecke war 1999 aus Nordrhein-Westfalen gekommen. Der heute 37-Jährige wollte in Mecklenburg- Vorpommern Sanddorn anbauen. Das war für ihn Neuland. Mit Weihnachtsbäumen hingegen hatte er bereits daheim im Familienbetrieb Erfahrungen gesammelt. Inzwischen bilden beide Kulturen die Grundlage für seinen Betrieb unweit der Kleinstadt Marlow.

Täglich werden mit hochmoderner Schneidetechnik Tausende Bäume direkt über dem Erdboden abgesägt. Am Ende werden es in diesem Jahr knapp 30 000 sein. Insgesamt wachsen im Unternehmen mehr als eine Million Fichten und Tannen heran. Bei den Favoriten in der Gunst der Kunden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein grundlegender Wandel vollzogen. War nach dem Zweiten Weltkrieg die Rotfichte absoluter Favorit, folgte wenig später die Blaufichte. In der DDR konnte es mangels Angebot auch mal eine Kiefer sein. Momentan ist die Nordmanntanne Marktführer. „Die piekt nicht und hält sich auch länger. Wer dazu noch einen tollen natürlichen Duft haben möchte, der sollte auf die Nobilis-Tanne zurückgreifen“, empfiehlt Spezialist Schneebecke.

Auch in den 29 Forstämtern des Landes haben die Vorbereitungen auf die Weihnachtsbaumsaison begonnen. „Wir rechnen wie im vergangenen Jahr mit einem Absatz von 25 000 Exemplaren. Dabei kann nahezu jeder Wunsch nach Größe, Aussehen und Baumart erfüllt werden“, versichert Landesforst-Sprecherin Sybilla Hofmann. Am 5. Dezember geht es in Bad Doberan los mit dem Verkauf und der Möglichkeit, sich seinen Baum selbst zu schlagen. Erst einen Tag vor Heiligabend ist damit in den Forstämtern Schuenhagen, Pudagla und Schildfeld Schluss.

Deutschlandweit war im vorigen Jahr mit 30 Millionen Bäumen ein neuer Verkaufsrekord erzielt worden.

Auch die kommunalen Forstämter wie in Rostock zeigen sich gut vorbereitet. Vielerorts ergänzen Märkte das Angebot. In Alt Steinhorst wird für den 3. Advent ein Fest mit Glühwein, Grillen und dem Selberschlagen von Bäumen vorbereitet.

Früher sah das ganz anders aus. Über Jahrhunderte reichten in verschiedenen Kulturen lediglich Teile von immergrünen Pflanzen zum weihnachtlichen Schmücken. Während die alten Römer Lorbeerzweige bevorzugten, setzen die Nordeuropäer auf Tannengrün im Glauben, so bösen Geistern das Eindringen in ihre Häuser zu verwehren. Vorgänger des ersten urkundlich in Deutschland erwähnten Weihnachtsbaumes 1527 waren im Mittelalter die Maibäume. Doch es dauerte noch rund 300 Jahre, bis sich Tannen oder Fichten als Muss zum Weihnachtsfest durchsetzen.

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