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6,4 Millionen Deutsche tragen gefährliche Keime in sich : Grüne: Eindämmung von Antibiotika im Stall

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Die Grünen verlangen weitere Maßnahmen, um den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung zu verringern. Fraktionsvize Bärbel Höhn sprach von einer lebensbedrohlichen Entwicklung für Menschen.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 10:06 Uhr

Berlin | Die Grünen verlangen weitere Maßnahmen, um den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung zu verringern. "Auf Bundesebene muss geregelt werden, dass nur noch einzelne Tiere bei Symptomen behandelt werden dürfen und die Tierärzte nicht an der Verschreibung von Antibiotika verdienen dürfen", sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn gestern der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Mit dem hohen Antibiotikaeinsatz in der Billigfleisch-Produktion "schaden wir letztendlich unserer eigenen Gesundheit".

Höhn sprach von einer lebensbedrohlichen Entwicklung für Menschen und verwies auf eine Studie des Tumorzen-trums Aachen im Auftrag der Grünen. Danach tragen bis zu 6,4 Millionen Deutsche gefährliche Keime in sich, gegen die viele der heute üblichen Antibiotika unwirksam sind. Die meisten dieser Keime bildeten sich in großen Tierställen, in denen viele Antibiotika verabreicht werden. Erste Keime sollen gegen sämtliche Antibiotika resistent sein - die Arzneimittel wirken also gegen diese Keime nicht mehr.

Als Konsequenz fordert der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, so genannte Reserveantibiotika für die Verabreichung im Stall zu sperren, "damit wenigstens einige Antibiotika weiterhin wirksam bleiben können". Die Reservemedikamente werden verabreicht, wenn andere Antibiotika nicht wirken.

"Antibiotika sind ein wertvolles Gut, aber sie werden in den großen Mastställen sorglos verteilt", kritisierte Ostendorff. Diese "ausufernde Vergabe" dürfe nicht weiter durch Mengenrabatte gefördert werden.

Anfang kommenden Jahres soll ein Gesetz zur Reduzierung von Antibiotika in der Tierhaltung in Kraft treten, dem der Bundesrat nach monatelangen Debatten im Juli zugestimmt hatte. Es soll mehr Transparenz über den Einsatz von Antibiotika in den Betrieben ermöglichen.

Verbraucher sollen leichter an Informationen gelangen, welche Medikamente in welchem Umfang in der Tiermast verwendet werden. Auch strengere Kontrollen werden möglich.

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