Lubmin : Grüne: Defizite bei Ersatzlager für Castoren

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Die Grünen sehen Defizite beim geplanten Neubau eines Lagers für hoch radioaktiven Abfall in Lubmin bei Greifswald.

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10. Mai 2019, 14:53 Uhr

In der Planung des bundeseigenen Entsorgungswerks für Nuklearanlagen (EWN) fehle eine sogenannte heiße Zelle, in die defekte Castoren umgelagert werden können, teilte die Landesvorsitzende Ulrike Berger am Freitag mit. Auch die Umweltorganisation BUND hatte dies bereits bemängelt. In keinem der 16 Zwischenlager in Deutschland gebe es Möglichkeiten zur Reparatur schadhafter Transport- und Lagerbehälter.

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Der Neubau eines Lagers für 74 Castoren mit hochradioaktiven Brennstäben wird aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen im Fall von Terrorangriffen notwendig. In Lubmin lagern die hochradioaktiven Abfälle der DDR-Kernkraftwerke Greifswald und Rheinsberg.

Konzept für Zwischenlagerung nötig

Zudem fordern die Grünen von der Bundesregierung, verbindlich zu klären, wie lange die Zwischenlagerung in Lubmin dauern soll. Die sich hinziehende Endlagersuche mache ein bundesweites Konzept für die Zwischenlagerung von Atommüll notwendig. Sowohl die Genehmigungen für die Zwischenlager als auch die Sicherheitsnachweise für die einzelnen Castoren sind auf 40 Jahre begrenzt. Die Genehmigung für das Zwischenlager Lubmin gelte bis zum 31. Oktober 2039.

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„Bereits jetzt ist klar, dass es bis dahin kein Endlager für hoch radioaktiven Abfall in Deutschland geben wird“, sagte Berger. Schon 2036 laufe die Frist für den ersten 1996 in Lubmin eingelagerten Castorbehälter ab. Es gebe noch keine Aussagen darüber, wie die zeitliche Diskrepanz überbrückt werden solle. 

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