zur Navigation springen

Zwischen Wardow und Kobrow : Großes Eschen-Sägen an Kreisstraße

vom

Das seit Jahren beklagte Eschensterben in ganz Deutschland erlebt jetzt einen ungeahnten Höhepunkt. "Wie gefallene Soldaten, aufgereiht auf einem Schlachtfeld", beschreibt Ingrid Eidinger aus Wozeten die Situation.

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2012 | 06:41 Uhr

Wardow | Das seit Jahren beklagte Eschensterben in ganz Deutschland erlebt jetzt zwischen Wardow und Kobrow einen ungeahnten Höhepunkt. "Wie gefallene Soldaten, aufgereiht auf einem Schlachtfeld", beschreibt Ingrid Eidinger aus Wozeten die Situation. Sie wollte gestern kaum glauben, was sie da sah. An der Kreisstraße sind alle Bäume abgesägt. An die 200 müssen es ein, schätzt sie. Ingrid Eidinger ist entsetzt. Beim Landkreis kann man die Aufregung dagegen gar nicht verstehen. Man komme nur seiner Verkehrssicherungspflicht war.

"Ich habe mir die Stämme angesehen. Es ist nicht zu erkennen, dass die Bäume krank wären. Sie sind auch noch gar nicht alt", berichtet Ingrid Eidinger. Als erstes habe sie so etwas vermutet, aber kein Stamm sei hohl, nirgends Fäulnis erkennbar. "Jedes Abnehmen von Bäumen muss heutzutage doch genehmigt werden und hier fallen sie gleich reihenweise um", wundert sich die Frau aus Wozeten. Irgendwie könnte sie jedem Baum nachweisen, gesteht sie. Was sie außerdem empört, sei die Tatsache, dass es keinerlei Information gebe. Beim Bürgermeister habe sie ebenso nachgefragt wie beim Amt in Laage. Aber keine wisse Bescheid. Sie habe lediglich erfahren, dass es sich um eine Kreisstraße handelt. Dort habe sie aber noch niemanden erreicht, erzählt sie SVZ.

Und Ingrid Eidinger ist nicht die einzige, die gestern mit Entsetzen die Verbindungsstraße passierte. Auch Bürgermeister Günter Schink hatte gleich mehrere Anrufe. Ein Bürger habe auch vor seiner Tür gestanden und wissen wollen, was da passiert ist. Gegen Mittag setzte er sich ins Auto und schaute sich vor Ort um. "Ich wollte es gar nicht glauben", sagt auch er und bedauert, dass er keine Information vom Landkreis bekommen habe. Erst jüngst habe er erfahren, dass der Landkreis an der Straße zwischen Laage und Polchow 14 Bäume abnehmen wollte. Aber das sei wohl mehr Zufall gewesen, weil der Landkreis mögliche Interessenten für das Holz suchte und deshalb beim Bürgermeister nachfragte. Schink beklagt den "Umgang untereinander auf kommunaler Ebene". Man müsse nicht um jeden Baum wissen, aber bei einer solchen Fällaktion wäre eine Information hilfreich gewesen.

Das habe man "im Amt nicht so gesehen", antwortete Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm auf Nachfrage. Bekannt sei, dass seit Jahren deutschlandweit Eschen an einem Pilz erkranken und absterben. Es sei überlegt worden, ob einzelne befallene Bäume aus der Reihe herausgenommen werden. Doch das Sterben sei letztendlich nicht aufzuhalten. Deshalb sei in Abstimmung zwischen dem Amt für Straßenbau und Verkehr und dem Naturschutzamt entschieden worden, alle Bäume abzunehmen. Zwischen beiden müsse anschließend auch über Ersatzpflanzungen verhandelt werden. Auf die Frage, ob hier vorsorglich gehandelt wurde, verwies Zühlsdorf-Böhm auf die Verkehrssicherungspflicht das Landkreises.

Die Eschen werden übrigens in den nächsten Tagen gleich an der Straße zerkleinert und abtransportiert. Sie enden als Hackschnitzel in einem Verbrennungsofen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen