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Dummerstorf : Großbrand auf Schloss Groß Potrems lässt Fragen offen

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Ein Feuer zerstört das kürzlich gesperrte Schlosshotel in Dummerstorf. Im Raum stehen eine Insolvenz und ein Eigentümerwechsel.

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 06:21 Uhr

Montagmorgen: Dunkle Rauchwolken schlängeln sich meterhoch durch die Baumkronen Groß Potrems. Der Geruch von verbranntem Holz hat sich in dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Dummerstorf bei Rostock ausgebreitet. Das Schlosshotel „Nordland“ brennt lichterloh.

Mehr als fünf Stunden sind die Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Als die Feuerwehr bei dem Hotel im Ortsteil Groß Potrems eintraf, habe das gesamte Dach bereits in Flammen gestanden, sagt Kristin Hartfil von der Polizeinspektion Güstrow. Die Brandursache sei noch unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Wir schließen weder Brandstiftung, noch einen technischen Defekt aus“, so Hartfil. Der Sachschaden sei erheblich, Menschen kamen aber nicht zu Schaden.

Für die Gemeinde ist eines der Wahrzeichen abgebrannt. Einst war das Rittergut im Besitz der Adelsfamilie von Bülow. 1993 erwarb der Berliner Hotelier Erwin Opel das vom Zerfall bedrohte Haus. Als er im Jahr 2007 verstarb, ging es in den Besitz seiner polnischen Witwe über. 2009 wurde es verkauft. Zuletzt galt Jörg Bochow als Ansprechpartner für das Hotel. Dieser hatte allerdings im Februar 2015 für die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG) „Nordhotel“ Insolvenz angemeldet. Wenig später übertrug er Johanna Bochow die Geschäftsführung. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Jörg Bochow bestreitet einen Zusammenhang des Nordland-Schlosshotels mit der UG „Nordhotel“, obwohl beide Domizile unter derselben Anschrift gelistet sind. Bereits am 5. Mai hätte er die Unterkunft an die Eigentümer aus Berlin zurückgegeben. „Mit dem 30. Juni erfolgte die endgültige Geschäftsschließung“, erklärt er. Das Hotel sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar gewesen. Zuletzt bemängelten Kunden zunehmend den desolaten Zustand: „Sehr sanierungsbedürftig und ziemlich überteuert“, nannte Sven-Joachim Otto das Hotel in einer Gästebewertung am 28. Mai. „Man merkt, es fehlt an allen Ecken und Enden.“ Die Geschäftsschließung liefere laut Bochow keinen Grund für eine mögliche Brandstiftung: „Völliger Quatsch, dass das Haus deshalb gebrannt ist“, sagt er.
 

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