zur Navigation springen

“Nationale Kohorte“ : Größte Gesundheitsstudie gestartet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

20 000 Menschen aus dem östlichen Landesteil sollen für die „Nationale Kohorte“ untersucht werden

Die ersten Einladungen sind verschickt, die ersten Untersuchungen bereits gelaufen: Bis zu 20 000 Menschen aus der Region zwischen Haff und Müritz sollen in den nächsten Jahren für Deutschlands größte Gesundheitsstudie, die „Nationale Kohorte“, medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten sowie dem sozialen Umfeld befragt werden.

Anschließend bleiben die Probanden – wie bundesweit insgesamt 200 000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Studienteilnehmer im Alter zwischen 20 und 69 Jahren – über einen Zeitraum von 20 Jahren „unter Beobachtung“ und werden zum Beispiel nach fünf Jahren zu einer Nachuntersuchung eingeladen.

Ziel der „Nationalen Kohorte“ ist es, Risikofaktoren für häufige Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch für weniger häufige Erkrankungen wie Parkinson, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Multiple Sklerose in Abhängigkeit von der Lebenssituation und dem Lebensalter der Probanden zu erfassen. Aufgrund des langen Kontrollzeitraums können dabei auch solche Erkrankungen untersucht werden, die zu Beginn der Studie möglicherweise noch gar nicht ausgebrochen waren. Auch Veränderungen in der Lebensweise – zum Beispiel der Verzicht aufs Rauchen oder auf alkoholische Getränke –, in den Umweltbedingungen oder im beruflichen sowie familiären Umfeld sollen registriert werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden dann Strategien zur wirksamen Vorbeugung und Behandlung der genannten Krankheiten entwickelt.

Prof. Dr. Henry Völzke von der Universitätsmedizin in Greifswald leitet die Studie hier im Land. Durchgeführt wird sie in zwei Untersuchungszentren – in Neustrelitz und in Neubrandenburg. In der Viertorestadt, am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, wurde bereits 2011 mit einer Vorstudie zur „Nationalen Kohorte“ begonnen, in der es erst einmal darum ging festzustellen, welche Parameter mit welchem Aufwand erhoben werden können. Denn erstmals soll bei einer Studie dieses Ausmaßes auch Biomaterial – Blut, Urin und Speichel – entnommen und in einer Bio-Datenbank archiviert werden.

Die Entscheidung für Neubrandenburg als Sitz des Nordostdeutschen Studienzentrums war seinerzeit in erster Linie wegen der gesundheitspolitisch brisanten Situation in der Region gefallen. Eine besonders hohe Erkrankungsrate geht dort mit einer sehr niedrigen Beschäftigungsquote und hoher Arbeitslosigkeit einher. Dazu kommt, dass in der Region zwischen Müritz und Haff besonders viele ältere Menschen leben.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen