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Gesundheit : Grippewelle legt nach den Ferien zu

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landesamt: Verlauf für die Jahreszeit typisch. Etwas mehr Fälle als im Vorjahr

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Die Erfahrung aus den Vorjahren hat sich erneut bewahrheitet: Nach den Winterferien nimmt die Zahl der Grippeerkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern zu. In der vergangenen Woche, der ersten nach den Ferien, wurden landesweit 165 labordiagnostisch bestätigte Grippefälle aus allen Landkreisen an das Rostocker Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) gemeldet, so Behördensprecherin Anja Neutzling. Eine Woche zuvor seien es 74 Neuerkrankungen gewesen. Man gehe derzeit von einer für die Jahreszeit typischen Grippewelle aus. Seit der zweiten Kalenderwoche würden die Zahlen bei akuten Atemwegserkrankungen (ARE) und „echten“ Influenza-Infektionen im Land wie auch deutschlandweit im Vergleich zur jeweiligen Vorwoche stetig ansteigen. „Dabei wurden Erkrankungshäufungen an ARE und Influenza auch in Kindertagesstätten, Schulen, Alten-Pflegeheimen, Krankenhäusern und Familien beobachtet“, so Neutzling.

Bisher wurden in dieser Grippe-Saison im Land 542 Infektionen registriert, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 478. „Nachdem in den letzten Wochen fast ausschließlich Influenza A-Viren nachgewiesen worden waren, steigt jetzt der Anteil der diagnostisch nachgewiesenen Influenza B-Viren kontinuierlich an “, so Neutzling.

Das Lagus überwacht in jedem Herbst und Winter zwischen 40. und 15. Kalenderwoche die Erkrankungssituation im Land. In dieser Zeitspanne ist sowohl die Wahrscheinlichkeit eines grippalen Infektes als auch die einer echten Grippe (Influenza) am größten. Wöchentlich melden 120 Kindertagesstätten den Gesundheitsämtern, wie viele Kinder wegen akuter Atemwegserkrankungen nicht in die Einrichtung kommen. Von dort werden die Daten der Kreise an das Lagus weitergeleitet. Zusätzlich gehen in Rostock Daten aus rund 30 Arztpraxen ein, die ebenfalls melden, wie viele Patienten ihre Praxis wegen einer Erkältung oder einer Influenza aufsuchen.

Momentan verzeichnet das Lagus vor allem in den Kindertagesstätten eine hohe Aktivität an Erkältungs- und Grippeerkrankungen. Besonders im Landkreis Vorpommern-Greifswald seien die Zahlen nach oben geschnellt, auch in Nordwestmecklenburg gab es, allerdings ausgehend von einem niedrigeren Niveau, mehr kranke Kinder. In den Städten Rostock und Schwerin blieb die Zahl der Erkrankten konstant hoch.

Bier in den Topf: Im Herbst leiden viele Menschen unter einer Erkältung. Warmes Bier hilft.
Bier in den Topf: Im Herbst leiden viele Menschen unter einer Erkältung. Warmes Bier hilft. Foto: dpa
 

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Heiße Milch mit Honig hilft gegen Halsschmerzen und Husten

„Bei trockenem Husten kann warme Milch mit Honig zwar reizlindernd wirken - weniger jedoch bei schleimproduzierendem Husten, da Milch selbst schleimproduzierend wirkt“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Markant vom Fachbereich für Oecotrophologie an der Fachhochschule Münster. Auch mögliche antibakterielle und antivirale Wirkungen des Honigs seien nicht hinreichend belegt. „Mit ein bis zwei Teelöffeln kann man zudem nicht viel von den positiven Wirkstoffen aufnehmen.“ Werde das Getränk über 40 Grad erhitzt, würden sie sogar abgebaut. Richtig sei aber, dass warme Getränke das Reizgefühl im Rachen lindern könnten.

Heiße Zitrone stärkt die Abwehrkräfte

„Vitamin C kann die meisten Menschen nicht vor Erkältungen schützen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Markant. „Natürlich brauchen wir Vitamin C. Aber eigentlich nehmen wir mit der täglichen Nahrung genug auf.“

Eine Erkältung kommt in drei Tagen, bleibt drei Tage und geht wieder in drei Tagen

Die Faustregel sei nicht gänzlich abwegig, sagt Prof. Stefan Wilm, der auch  Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin ist. „Es gibt aber Atemwegsinfekte, die man schon nach fünf Tagen wieder los ist.“ Hartnäckiger Husten nach Virusinfekten könnte indes bis zu sechs Wochen anhalten.

Ingwer ist gut gegen Erkältungen

Da ist was dran. Er enthält ätherische Öle und sogenannte Scharfstoffe. Letztere haben etwa eine schmerzlindernde Wirkung. Zudem regt Ingwer die Durchblutung an - und sorgt so auch für warme Hände und Füße.

Schwitzen schützt vor Erkältungen

Ob ein Saunagang während oder bei einer sich anbahnenden Erkältung sinnvoll ist - daran scheiden sich die Geister. Auch Mediziner haben keinen klaren Rat: Das muss jeder für sich wissen. Generell können aber zumindest regelmäßige Saunagänge die Häufigkeit von Infekten vermindern.

Schlaf ist die beste Medizin

„Man hat dann in der Tat ein erhöhtes Schlafbedürfnis“, sagt Prof. Stefan Wilm, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uniklinik Düsseldorf. „Was der Körper verlangt, kann nicht falsch sein.“ Studien dazu gebe es allerdings nicht.

Alkohol hilft, weil er desinfiziert

Zu viel Alkohol schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser. Mit einer Ausnahme: „Warmes Bier in kleinen Mengen scheint tatsächlich bei Erkältungen zu helfen“, sagt Anja Markant. „Bier enthält Hopfen, der sich durch ätherische Öle und Bitterstoffe auszeichnet.“ Die wirken  schlaffördernd - was ja bekanntlich die beste Medizin ist. Leicht erwärmt werde der Effekt verstärkt.

Nasenspray macht abhängig

Die Gefahr besteht. Prof. Stefan Wilm rät, es nur wenige Tage zu benutzen. Gegen die Dauer des Schnupfens könne es nichts ausrichten. „Aber wenn die Nase nachts frei ist, schläft man besser.“

Hühnersuppe hilft beim Gesundwerden

Zwar kann ihr Dampf die Schleimhäute befeuchten und die Hitze Viren töten. Dass Zink im Hühnerfleisch das Immunsystem stärkt, ist  aber nicht belegt - ebenso wenig wie die Wirkung der darin enthaltenen Aminosäure, die das Heranreifen weißer Blutkörperchen unterstützt und das Immunsystem stärken soll.

Während einer Erkältung ist Sport gefährlich

„Ob Sport möglich ist oder nicht, hängt von der Schwere der Erkältung ab“, sagt Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. „Bei einem leichten Schnupfen ist es nicht zwangsläufig notwendig, eine Sportpause einzulegen.“ Im Zweifel sei Bewegung an frischer Luft besser für die Schleimhäute als trockene Heizungsluft. Wer sich schlapp fühle, sollte aber eine Pause einlegen. „Absolutes Sportverbot gilt bei erhöhter Körpertemperatur.“

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