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Grippe-Impfung jetzt überall im Land möglich

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erstellt am 04.Okt.2012 | 07:06 Uhr

Rostock | Im kommenden Winter könnte die Grippewelle in Deutschland besonders stark ausfallen, das befürchtet die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten. Darauf deuteten die doppelt so hohen Zahlen der Krankheits- und Todesfälle sowie Krankenhauseinweisungen in Australien hin, wo gerade Grippezeit ist, sagte der Präsident der Vereinigung, Peter Wutzler. Dr. Martina Littmann, Abteilungsleiterin am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock, gibt sich bedeckter. Zwar sei es üblich, Erkrankungen auf der Südhalbkugel zu beobachten, zumal saisonale Grippeerreger sich von dort aus verbreiteten. Seriöse Voraussagen ließen sich daraus aber nicht ableiten, so Littmann. "Wie stark die Grippe auftritt, ist regional unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Altersstruktur abhängig ", betont sie.

Im Winter 2011/12 gab es in Deutschland nur eine milde Grippewelle. "Bundesweit wurden 2,1 Millionen zusätzliche Arztbesuche aufgrund von Influenzaerkrankungen verzeichnet", so Littmann. "Das war der niedrigste Wert in den letzten acht Jahren." Das Tückische an solch milden Verläufen sei, dass weite Bevölkerungskreise nicht immunisiert seien, warnt Virus-Experte Wutzler. Dazu kämen generell unzureichende Impfzahlen. "Zuverlässigen Schutz bietet aber nur eine Impfung", betont Littmann. "Sie ist jetzt überall im Land möglich." Der reguläre Impfstoff sei in Mecklenburg-Vorpommern bereits verfügbar, ein weiterer wirk stoffverstärkter soll ab der kommenden Woche zu haben sein. "Es gibt im Land eine Übereinkunft mit den Krankenkassen, dass sich jeder, der es wünscht, auf Kassenkosten impfen lassen kann", erläutert die Lagus-Abteilungsleiterin. Besonders empfohlen werde die Impfung chronisch Kranken, Menschen über 60 Jahren, Schwangeren ab 4. Monat sowie allen, die beruflich mit vielen Menschen Kontakt hätten. Wirksam wird der Impfschutz nach 10 bis 14 Tagen. "Am besten sichert man ihn sich jetzt, wo die Wartezimmer noch nicht mit hustenden und niesenden Menschen überfüllt sind", so Dr. Littmann.

Leer sind sie allerdings auch nicht mehr: "Wir beobachten bereits in der vierten Woche in Folge einen Anstieg der Zahl grippaler Infekte", so die Lagus-Abteilungsleiterin. Das aktuelle Schmuddelwetter dürfte die Entwicklung noch beschleunigen. Erfahrungsgemäß würden die Erkrankungszahlen nach den Herbstferien noch einmal kräftig zulegen. Zwar trete die klassische Grippe, die Influenza, um diese Zeit hierzulande noch nicht oder nur in Einzelfällen auf, die Zahl der Infekte könne aber ein erstes Indiz dafür sein, wie stark die nächste Grippewelle wird, so die Expertin.

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