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Husten, Schnupfen, Heiserkeit : Grippe-Hoch nach Ferienende

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele kranke Kinder fehlen in Tagesstätten. Landesamt: Lage ist nicht dramatisch

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2015 | 21:00 Uhr

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Erkältungen haben Mecklenburg-Vorpommern fest im Griff – vor allem in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Rügen fehlen momentan erkältungsbedingt zum Teil bis zu einem Fünftel der Kinder in den Tagesstätten.

Auch die „echte“ Grippe ist im Nordosten angekommen. 428 Influenza-Erkrankungsfälle sind seit Jahresbeginn im Land registriert worden, so Dr. Martina Littmann, Leiterin der Gesundheitsabteilung im Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock. Besonders hoch ist momentan die Erkrankungsrate bei Kindern bis zu vier Jahren.

Allein in der vergangenen Woche kamen landesweit und in allen Altersgruppen 154 neue Grippeerkrankungen dazu – „die Dunkelziffer dürfte wie immer sehr viel höher sein“, so Littmann. Grund sei, dass längst nicht alle Ärzte den Befund labordiagnostisch bestätigen ließen.

Wie in ganz Deutschland steige die Grippeaktivität auch hierzulande seit vier Wochen kontinuierlich an, heißt es aus dem Lagus. „Wir haben eine hohe Aktivität, aber nichts Dramatisches“, betont Littmann jedoch. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres habe es zum Beispiel nur 76 gemeldete Influenza-Erkrankungen im Land gegeben, ein Jahr zuvor waren es dagegen nach sieben Kalenderwochen bereits 1963 gemeldete Grippefälle. Ein ähnlich starker Verlauf der Grippewelle wie 2012/13 sei derzeit nicht absehbar. Erfahrungsgemäß werden in den kommenden Tagen die Erkrankungszahlen aber noch einmal zulegen – das sei regelmäßig nach den Winterferien so, betont die Lagus-Expertin.

Mit H3N2 geht in diesem Jahr auch ein Subtyp des Grippeerregers um, der besonders schwere Infektionen auslösen kann – und gegen den die aktuelle Grippeschutzimpfung kaum wirkt. Grund dafür ist, dass die Weltgesundheitsorganisation einen anderen Erregertyp zur Grundlage des Impfstoffs gemacht hatte. „Inzwischen hat sich dieser Erregerstamm genetisch verändert und repräsentiert eine neue Variante“, erläutert Littmann. Dennoch bleibe die Grippeschutzimpfung die beste Prävention, auch wenn sie nicht die beste und wirksamste Schutzimpfung sei, die existiere. Vor allem durch strikte persönliche Hygiene könne jetzt die Ausbreitung sowohl von grippalen Infekten als auch von richtiger Grippe vermieden werden, betont Littmann.
 

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