Deutsches Meeresmuseum : Grindwalskelett kommt nach Stralsund

Stralsunder Wissenschaftler vermessen den gestrandeten Wal.
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Stralsunder Wissenschaftler vermessen den gestrandeten Wal.

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07. Mai 2017, 21:00 Uhr

Ein Grindwal ist im Grenzgewässer zwischen Nord- und Ostsee an der schwedischen Westküste gestrandet und verendet. Der 5,28 Meter lange Walbulle wurde von Mitarbeitern des Deutschen Meeresmuseums vor Ort seziert, wie der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne, sagte. Der Langflossen-Grindwal war demnach am 25. April und an den Folgetagen bei Kyrkesund gesehen worden.

Die Wissenschaftler brachten am Wochenende Schädel und Knochen per Fähre nach Stralsund. „Das Meeresmuseum hat bislang kein Grindwal-skelett in seiner Ausstellung“, sagte Dähne. Bis das Skelett dort zu sehen sei, werde aber noch mindestens ein Jahr vergehen. Die Aufbereitung sei komplex und langwierig.

Warum das Tier, das eigentlich im offenen Nordatlantik beheimatet ist, bis in den nördlichen Kattegat vordrang und verendete, war zunächst unklar. Grindwale seien in diesen Gewässern sehr seltene Irrgäste, sagte Dähne. „Der Wal war in einem mäßigen bis schlechten Ernährungszustand.“ Er sei aber nicht verhungert. Grindwale sind als Tintenfischfresser bekannt. Das an der schwedischen Küste gestrandete Tier habe Fisch im Magen gehabt. Neue Hinweise erhoffen sich die Experten von der Analyse von Proben, die noch in Schweden vom Gewebe und vom Mageninhalt genommen wurden.

Für die zentrale Ostsee gibt es nach Angaben des Meeresmuseums keine Nachweise von Grindwalen. Die wenigen Funde wurden bislang für das Kattegat und die Beltsee beschrieben. Dreimal seien Grindwale im dänischen Isefjord beschrieben worden (1863, 1864 und 2010), ein einziges Mal sei ein Tier im Öresund (1987-88) gesichtet worden. Im September 1954 kam es im dänischen Vejle Fjord zu einer Massenstrandung von 63 Tieren.

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