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Plasmastift heilt Wunden : Greifswald schafft Professur für Plasmamedizin

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Das Leibniz-Institut in Greifswald hat die Plasmamedizin etabliert: Hier wurde der Prototyp eines Stiftes entwickelt, mit dem Wunden durch ionisierte Gase dekontaminiert und die Wundheilung vorangetrieben werden kann.

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erstellt am 14.Feb.2012 | 11:41 Uhr

Greifswald | Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald drängt zunehmend in die Medizintechnik. So sei der Prototyp eines Plasmastiftes entwickelt worden, mit dem Wunden mit Hilfe ionisierter Gase dekontaminiert und damit die Wundheilung vorangetrieben werden könne, sagte Institutsdirektor Klaus-Dieter Weltmann gestern.

In den vergangenen Jahren hatte das Institut zwei millionenschwere Förderprogramme einwerben können, die sich mit der medizinischen Grundlagen- und der Anwendungsforschung beschäftigen. An dem vom INP geführten Projekt "Campus PlasmaMed" sind Universitäten in Greifswald und Rostock sowie die Fachhochschulen Stralsund, Wismar und Neubrandenburg, die Charité Berlin sowie Medizintechnikfirmen beteiligt. Geplant sei, das Projekt auch nach Auslaufen der Förderprogramme 2014/2015 fortzusetzen. Im vergangenen Jahr wurde die weltweit erste Professur für Plasmamedizin am INP in Kooperation mit der Universität Greifswald begründet.

Wegen vielversprechender Anwendungsmöglichkeiten stoße die Plasmamedizin weltweit auf großes Interesse, sagte Weltmann. Neben der Beschichtung von Implantaten und der Sterilisation hitzeempfindlicher Medizingeräte seien vor allem die direkten therapeutischen Plasmaanwendungen interessant. Mit Plasma erzeugenden Geräten könne der Verlauf einiger Krankheiten in der Dermatologie und Zahnmedizin deutlich verkürzt werden oder die Heilung überhaupt erst möglich gemacht werden.

Für Weltmann unverständlich ist, warum sich das Land aus einem Teil der Bund-Länder-Förderung zurückzieht. Für das INP bedeute dies, dass zwischen 2012 und 2016 rund 6,4 Millionen Euro weniger Mittel für Laborausstattungen zur Verfügung stünden. "Wir haben zwei Spitzenleute aus China und den USA ans INP holen können mit der Zusage, dass sie aus diesem Programm ein Labor finanziert bekommen", sagte Weltmann. Diese 3,5 Millionen Euro müssten nun aus Bordmitteln aufgebracht werden.

Seit 2003 habe das INP die Zahl der Mitarbeiter von 90 auf 180 verdoppelt. Die Drittmittel seien im selben Zeitraum auf 7,4 Millionen Euro vervierfacht worden und damit genauso hoch wie die Grundförderung. Allein an Industrieprojekten verdiente das INP 2011 rund eine Million Euro.

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