Verbrechen in Rostock? : Grausiger Knochenfund

Fundort in der Hundsburgallee: Das Skelett lag offenbar schon seit längerem in einem Gebüsch.
Fundort in der Hundsburgallee: Das Skelett lag offenbar schon seit längerem in einem Gebüsch.

Anwohner entdeckt in Rostocker Abrisshalle Überreste eines menschlichen Skeletts / Steckt ein Verbrechen dahinter?

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28. November 2014, 06:00 Uhr

Er wollte nur Nistkästen kontrollieren, die er im Frühjahr liebevoll aufgehängt hatte – und machte im Gebüsch eine grausige Entdeckung. Im Wäldchen an der ehemaligen IFA-Halle im Rostocker Stadtteil Schmarl ist ein Anwohner auf mehrere Knochen gestoßen. Schnell nach dem Fund von Mittwoch war klar: Es handelt sich um die Überreste eines menschlichen Skeletts.

Um wen handelt es sich? Steckt ein Verbrechen dahinter? Die Polizei steht mit ihren Ermittlungen noch ganz am Anfang. Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock, sagt: „Nach derzeitigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass das Skelett bereits seit längerem dort gelegen hat. Wie es dorthin gelangte, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, muss nun geprüft werden.“ Auch die Todesursache sei noch unklar.

Am Fundort waren neben Kriminaltechnikern auch Rechtsmediziner im Einsatz. Entdeckt wurde kein vollständiges Skelett, wohl aber mehrere zusammenhängende Knochenteile. Um sie herum befanden sich Reste von Kleidungsstücken. Was mit den fehlenden Teilen geschah, sei ebenfalls Gegenstand der rechtsmedizinischen Untersuchungen, so Polizeisprecherin Wenzel. Die Ermittler gleichen auf der Suche nach der Identität des gefundenen Toten auch die Daten von Vermissten ab.

Die desolate Halle in der Hundsburgallee und ihr Umfeld beschäftigen Polizei und Hansestadt seit Jahren. Das Gebäude war 1989/90 errichtet worden und nie aus dem Rohbaustadium herausgekommen. Es gab immer wieder Vandalismus, Zusammenstöße von Jugendlichen und andere Straftaten. Zurzeit läuft auf dem knapp vier Hektar großen Grundstück der Abriss der Halle, den viele Schmarler seit langem gefordert hatten.

Nicht weit entfernt vom jetzigen Fundort der menschlichen Überreste hatte es erst Anfang April eine andere grausige Entdeckung gegeben. André H. (35) führte die Polizei damals zur Leiche seiner Ex-Freundin, die er in einem Wäldchen nahe der S-Bahn-Station in Lichtenhagen vergraben hatte. Der Mann soll die 32-Jährige vergewaltigt, später mit einem Kissen erstickt haben. Wie Michael Mack, Vorsitzender Richter am Landgericht Rostock, gestern mitteilte, soll am 2. Dezember der Prozess gegen André H. beginnen. Ihm werden Totschlag und Vergewaltigung in drei Fällen vorgeworfen.

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