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Gesundheitswesen : Goldstaub: Termine beim Augenarzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Patientenklagen mehren sich / Bundesgesundheitsminister plant Termingarantie

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 07:53 Uhr

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) plant eine Vier-Wochen-Garantie für Facharzttermine. Wie wichtig die ist, belegen die Erfahrungen mehrerer Leser aus Westmecklenburg, die keinen Augenarzttermin bekommen können. So stellte man einer Mutter für ihren Sohn „vielleicht“ einen Termin im Januar in Aussicht. Dabei hatte der überweisende Arzt erklärt, das Kind müsse dringend augenärztlich untersucht werden. Andere Leser sprachen von einem dreiviertel Jahr Wartezeit.

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVMV) ist das Problem bekannt, so Sprecherin Kerstin Alwardt. Die Crux bei Augenärzten liege darin, dass sie sich zunehmend aufs Operieren verlegten. Das bringe mehr Geld als die Grundversorgung. Über das Zulassungsverfahren sei keine Steuerung möglich, der Gesetzgeber unterscheide bei der Bedarfsplanung nicht zwischen konservativ und operativ tätigen Augenärzten. So käme es auch, dass trotz des gefühlten Augenarztmangels in Westmecklenburg keine neuen Niederlassungen in diesem Fachgebiet möglich sind.

Um Patienten mit dringenden Anliegen dennoch schnell zu einem Termin zu verhelfen, habe die KVMV mit der AOK, der Techniker Krankenkasse (TK) und mehreren Betriebskrankenkassen das System der A- und B-Überweisungen vereinbart, das für alle Facharztgruppen gilt. A bedeutet, ein Termin ist innerhalb eines Werktags erforderlich, B steht für einen Facharzttermin binnen einer Woche. Sowohl der überweisende als auch der annehmende Arzt erhalten dafür einen Bonus. „Allerdings haben nicht alle Kassen mit uns eine derartige Vereinbarung“, schränkt Alwardt ein.

Dafür bieten mehrere Kassen ihren Versicherten einen Terminservice an. Die TK beispielsweise erwartet im Land in diesem Jahr 1000 Anfragen an ihrer Hotline 0800 - 285 85 80 00, so Sprecherin Heike Schmedemann. Im Jahr 2010 gab es nur 363 Anfragen, das Angebot werde also immer besser angenommen. Und offenbar immer nötiger.

Eine eigene Statistik zu Wartezeiten auf einen Termin führt die KVMV nicht. Nach einer Erhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aus dem Sommer mussten immerhin 35 Prozent der Befragten aus Mecklenburg-Vorpommern mehr als drei Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten. Nur in Thüringen war dieser Anteil mit 40 Prozent noch höher. Allerdings: 22 Prozent der Patienten hierzulande bekamen ihren Facharzttermin noch am selben Tag.
 

 

 

 

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