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Wirbelsäulen-Implantate : Goldenstädter liefert nach London

vom

Dienstag verfolgt Rüdiger Laupsien in London eine Operation an einer Wirbelsäule. „Es ist eine OP, bei der unser Implantat eingesetzt wird." Wenn etwas Neues erprobt wird, sei er bei den ersten Operationen immer dabei.

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erstellt am 09.Jan.2012 | 07:30 Uhr

Goldenstädt | Heute ist Rüdiger Laupsien in London, verfolgt eine Operation an einer Wirbelsäule. "Es ist eine OP, bei der unser Implantat eingesetzt wird. Und wenn etwas Neues erprobt wird, bin ich bei den ersten vier oder fünf Operationen immer dabei", sagt der Geschäftsführer der Firma Spine.net. "Als die erste derartige Operation in London am 27. September erfolgte, war ich ebenfalls vor Ort."

Das war kurz nach seiner Firmengründung. Am 24. August wurde die Spine.net GmbH ins Handelsregister eingetragen und am 30. August wurden die ersten Verträge zum Vertrieb innovativer Implantatsysteme für die Wirbelsäulenchirurgie unterzeichnet. Schon am 21. September fand in Deutschland der erste klinische Einsatz von Wirbelsäulenimplantaten der Spine.net GmbH statt. Diese Operation galt gleichzeitig als Markteinführung des neuen innovativen "Spreiz- und Gleitcage" Twist. Dieses Operationsverfahren erlaubt mit nur einem Instrument die Wiederherstellung der ursprünglichen Höhe des Raumes zwischen den Wirbeln. "Man muss versuchen, die Natur so gut wie möglich nachzuahmen, um die Funk tion der Wirbelsäule wieder herzustellen", sagt Laupsien. "Unsere Firma will Wissenschaft, Technologie und Medizin miteinander vernetzen. Wir stehen gewissermaßen als Mittler zwischen Wissenschaft und Technologie und sind das Sprachrohr der Mediziner zu den Herstellern. Ein Ingenieur kann sich die tatsächliche Funktion seiner Produkte im menschlichen Körper nur schwer verstehen. Ich arbeite seit 15 Jahren in der Medizintechnik und habe viel Erfahrung sammeln können. Meine Erfahrung - das ist mein Kapital."

Der in Hagenow aufgewachsene Unternehmer hat Maschinenbau gelernt, ist über ein Marketingstudium in den Vertrieb verschiedener Firmen gekommen und hat berufsbegleitend seinen Handelsfachwirt gemacht. "Sechs Jahre lang war ich im Produktmanagement einer Firma tätig und habe dann eine Projektgruppe zur Entwicklung neuer Implantate geleitet", berichtet Laupsien. Als er 2001 mit seiner Frau nach Goldenstädt zog, wusste er noch nicht, dass hier ein idealer Standort für seine eigene Firma sein würde, die Nähe zum Autobahnkreuz, günstige Bodenpreise und Steuern.

Der 48-Jährige war beim Vertrieb von Wirbelsäulenimplantaten in aller Welt tätig. Seine Verbindungen konnte er ständig ausbauen. "In unserer Branche muss man sich vertrauen und vor allem gut kennen", sagt er. "Patienten gut zu versorgen heißt auch, mehr Lebensqualität der Patienten zu erreichen - ja sogar, Menschenleben zu retten."

Seine jahrelange Erfahrung und sein fundiertes fachliches Wissen haben den Start in die Selbstständigkeit leichter werden lassen. Für vier Hersteller vermarktet er jetzt Produkte. Die italienische Firma Spinosan hat ihm das alleinige Vertriebsrecht für das Gleitimplantat in Deutschland und England eingeräumt. "Ich arbeite mit Spinosan an weiteren Implantattypen", sagt der Unternehmer. Spinosan kann aus unserem Wissen schöpfen. Obwohl ich meist Englisch spreche, kann ich mit meinen Partnern in Italien auch gut Deutsch reden, denn der Geschäftsführer ist Schweizer.

Auch die Berliner Firma Aclitus hat Verträge mit Rüdiger Laupsien abgeschlossen. "Ab einer bestimmten Umsatzgröße bekomme ich auch bei der deutschen Firma das alleinige Vertriebsrecht."

In diesem Jahr ist ein Umsatz von etwa 800 000 Euro geplant. Bereits 2013 soll der Umsatz über die Millionengrenze steigen. "Spätestens im zweiten Halbjahr brauche ich Verstärkung im Vertrieb. Ich werde einen Vertriebsleiter einstellen, der sich seine Vertriebsmannschaft aufbaut. Gute Kandidaten dafür habe ich schon."

Seine Büroleiterin, Karin Steinke aus Goldenstädt, arbeitet seit November in der Firma. "32 Jahre lang war ich im Auftragsmanagement der Telekom tätig, sagt die 52-Jährige. "Dann wurde ich nicht mehr gebraucht und war ein paar Jahre ohne Job. Es ist schon ein Glücksfall, dass ich hier in meinem Wohnort wieder Arbeit gefunden habe, einfach fantastisch."


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