zur Navigation springen

3. Landesfachtag Kindertagespflege in Rostock : Gleichberechtigung für Tagesmütter

vom

Tagesmütter stellen eine echte Alternative zur Betreuung der Kinder in Tagesstätten dar. Doch diese Form der Tagespflege ist nicht problemlos. Für Eltern ist ein entscheidender Unterschied zu den Kitas der Urlaub.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Die Lage von Tagesmüttern in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Ansicht des Landeskinderschutzbunds teilweise kritisch. Laut Gesetz sollten sie den Erzieherinnen in Krippen oder Kindertagesstätten gleichgestellt sein, mit dem selben Betreuungs- und Bildungsauftrag, sagte Geschäftsführer Carsten Spies vor dem 3. Landesfachtag „Kindertagespflege - Kinder in guten Händen“ am Samstag in Rostock. Doch davon sei die Realität für die als Selbstständige arbeitende Frauen teils weit entfernt. Auf dem Landesfachtag soll eine entsprechende Resolution verabschiedet werden.

Im Nordosten arbeiten mehr als 1300 Tagesmütter und einige ganz wenige Tagesväter. Aktuell seien landesweit rund 21 700 Kinder im Alter von bis zu drei Jahren in der Kindertagesbetreuung, etwa ein Viertel davon bei Tagesmüttern.

Die Probleme zeigten sich schon beim Einkommen, sagte Spieß. Eine Studie aus dem Jahr 2015 habe ergeben, dass eine Tagesmutter in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt 2,11 Euro pro Kind und Stunde verdient, in Baden-Württemberg sei es doppelt so viel. Jede Tagesmutter dürfe bis zu fünf Kinder betreuen. Wenn Kinder abgemeldet werden, bestehe kein Anspruch auf Ausgleich.

Auch die Ausbildung könnte verbessert werden, betonte Spieß. Zur Zeit müssten Tagesmütter eine 160-stündige Ausbildung durchlaufen. „Das halten wir nicht für ausreichend.“ Vielmehr sollte eine 300-stündige Qualifikation der Berufstätigkeit vorangestellt werden. Auch müssten die Tagesmütter eine Anlaufstelle haben, wo ihnen bei Problemen geholfen werden könne. „Die meisten Frauen arbeiten alleine.“ Anlaufstellen könnten beispielsweise in den Jugendämtern sein.

Ein Unterschied zu den Kitas gebe es auch beim Urlaub. „Auch Tagesmütter werden krank oder wollen in Urlaub gehen“, erklärte Spieß. Dann müssen Eltern schauen, wo sie ihr Kind unterbekommen. „In der Praxis gibt es noch keine guten Lösungen.“ Das sei oft ein Grund für Eltern, sich bei der Betreuung der Kinder für eine Kita zu entscheiden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen