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Wirtschaftskraft MV : Glawe: Wirtschaft gut in Schwung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wirtschaftskraft hat im Vorjahr spürbar zugelegt / Doch kommt das Plus nicht bei allen Arbeitnehmern an

Der wirtschaftliche Aufschwung in Mecklenburg-Vorpommern hat nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) fast alle Branchen erfasst. Wachstumstreiber seien mit überdurchschnittlichem Zuwachs bei Umsatz und Beschäftigung das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungsbereiche. Gestiegene Exporte und Firmenansiedlungen hätten sich positiv bemerkbar gemacht. „Der Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern wird besser angenommen. Man kennt uns“, konstatierte Glawe gestern in Schwerin bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts und kündigte für die kommenden Wochen die Bekanntgabe von weiteren Unternehmensansiedlungen an.

Im Jahr 2015 war die Wirtschaftsleistung im Nordosten mit einem Plus von 1,9 Prozent schneller gewachsen als im bundesweiten Durchschnitt, der bei 1,7 Prozent lag. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte im Land 39,9 Milliarden Euro und damit den bislang höchsten Wert in einem Jahr. Das Exportvolumen kletterte auf gut 8 Milliarden Euro, ein Plus von fast 12 Prozent gegenüber 2014. Auch die maßgeblich von der Binnennachfrage getragenen Bereiche Handwerk und Tourismus entwickelten sich laut Glawe weiterhin sehr gut.

Für 2016 erwarte er mit 30 Millionen einen neuen Übernachtungsrekord in Hotels, auf Campingplätzen und in Pensionen.

Auf dem Arbeitsmarkt machte sich die gute Konjunktur mit einem Zuwachs von 9000 Beschäftigten bemerkbar. Ende April hatten 554 000 Menschen im Land einen sozialversicherungspflichtigen Job. „Als ich 2011 recht optimistisch vorhersagte, dass wir innerhalb von fünf Jahren die Arbeitslosenzahl im Land von damals 107 000 auf 70 000 senken können, haben manche ungläubig reagiert. Die Zahl ist realistisch. Ich denke, im September können wir sie erreichen“, sagte der Minister. Ende Juni waren landesweit knapp 76 000 Arbeitnehmer ohne Anstellung.

Trotz des leicht höheren Wachstums bleibt Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich aber wirtschaftlich weiterhin im Keller. Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem erreicht wegen fehlender Großindustrie mit 53 888 Euro nur 77 Prozent des deutschen Durchschnitts. Das Lohnniveau liegt im Nordosten bei etwa 79 Prozent. In keinem anderen Bundesland sind die Löhne niedriger.

Die Regierung könne keinen Einfluss auf die Entlohnung nehmen. „Das ist allein Sache der Tarifpartner“, betonte Glawe.

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