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Mecklenburg-Vorpommern

26. September 2017 | 02:16 Uhr

Glawe verlangt höhere Löhne

vom

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erstellt am 09.Nov.2011 | 10:55 Uhr

Schwerin | Gezielte Mittelstandsförderung, eine breitere Industriebasis, neue qualifizierte, wissensbasierte Jobs, bessere Einkommen, mehr Verbundforschung zwischen Unternehmen und Unis: Der neue Wirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Harry Glawe (CDU), hat jetzt erstmals nach seinem Amtsantritt die Grundzüge seiner künftigen Wirtschaftspolitik vorgestellt. Er wolle "neue Farbtupfer" setzen, aber doch den Kurs seines Amtsvorgängers Jürgen Seidel fortsetzen, sagte Glawe am Montag abend auf einem Unternehmerforum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin. Angesichts der in den kommenden Jahren deutlich geringeren Hilfen aus dem Solidarpakt und den EU-Fördertöpfen müssten Prioritäten gesetzt werden. So blieben die Werften mit ihren mehr als 2400 Beschäftigten zwar ein industrieller Kern, der "über die Zeit" gebracht werden müsse. Das Land wolle aber die Unterstützung für den Mittelstand und das Handwerk verstärken, Neuheiten in klein- und mittelständischen Betrieben besonders unterstützen und innovativen Konzepten Starthilfe geben, sagte Glawe. Dabei schloss der Ressortchef auch die Einstellung von so genannten Innovationsassistenten nicht aus, die die Forschungskooperation zwischen Unternehmen und Hochschulen befördern sollen. In der neuen Legislaturperiode solle zudem ein Mittelstandsförderungsgesetz eingebracht werden. Allerdings dürften nicht nur die Unternehmen gefördert werden, sondern auch die Beschäftigten, sagte Glawe und forderte entsprechende Qualifizierungsangebote ein.

In den kommenden Jahren müssten Wirtschaft und Politik bessere Bedingungen schaffen, um Fachkräfte im Land zu halten. Das Problem drückt: Einer aktuellen IHK-Umfrage zufolge sieht mittlerweile jedes dritte Unternehmen in Westmecklenburg den Fachkräftemangel als größtes Risiko für seine wirtschaftliche Entwicklung an. Glawe zufolge soll das zusammen mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften aufgelegte Fachkräftebündnis weitergeführt werden. Das Land wolle zudem in den kommenden Jahren die Existenzgründerhilfe fortführen und den in vielen Unternehmen anstehenden Führungswechsel unterstützen. Vor allem aber müssten die Nettoeinkünfte steigen, um gute Leute im Land zu halten, appellierte Glawe an die Wirtschaft. Die CDU stehe zum Inhalt des Koalitionsvertrages, sagte Glawe.

So sei festgeschrieben, dass bei Landesaufträgen Unternehmer einen Mindestlohn von 8,50 Euro zahlen müssten. 8,50 Euro je Stunde, das mache bei einem Acht-Stunden-Tag 1340 Euro brutto oder 880 Euro netto im Monat aus, rechnete Glawe vor: "Davon eine Familie zu ernähren ist schwer." Ein Problem vor allem für die Tourismuswirtschaft: "Löhne von 800 Euro sind auf Dauer nicht durchzuhalten", sagte Glawe. Das Land werde zur Einführung eines Mindestlohns oder einer Lohnuntergrenze Initiativen anderer Bundesländern im Bundesrat unterstützen.

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