Bauvorhaben in MV : Glanz für Schlösser und Kasernen

Im Schloss Ludwigslust und im Schlosspark wird auch in den nächsten Jahren fleißig gebaut.
Im Schloss Ludwigslust und im Schlosspark wird auch in den nächsten Jahren fleißig gebaut.

Land plant 2018 Bauinvestitionen in Höhe von knapp 148 Millionen Euro. Geänderte Vorschriften sollen Staatsbauvorhaben beschleunigen.

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27. Februar 2018, 21:00 Uhr

Noch ist – auch witterungsbedingt – nicht allzu viel zu sehen von den Bauarbeiten in der Schweriner Stellingstraße. Ende Januar haben die Erdarbeiten an den Depots und Werkstätten für das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und die neue Landesbehörde für Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen begonnen. Bis Ende 2021 sollen dort nach jetziger Planung 57,6 Millionen Euro verbaut werden. Was auf der Baustelle passiert, können Interessierte demnächst über die Bilder einer Webcam verfolgen, kündigte der für den westlichen Landesteil zuständige Geschäftsbereichsleiter des Betriebes für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL), Robert Klaus, gestern in Schwerin an. Ein Aufwand, den die zum Finanzministerium gehörende obere Landesbehörde aus gutem Grund betreibt: Für Schwerin ist das Projekt in der Stellingstraße die flächenmäßig größte Landesbaumaßnahme der letzten Jahre. Das landesweit größte Bauvorhaben in BBL-Regie ist indes mit einem geplanten Investitionsvolumen von 143 Millionen Euro der Neubau des Zentralen Funktionsgebäudes für die Rostocker Universitätsmedizin.

Insgesamt sind im Landeshaushalt in diesem Jahr für Bauinvestitionen 147,8 Millionen Euro eingestellt, dazu kommen weitere 23,5 Millionen Euro für den Unterhalt landeseigener Bauten und Liegenschaften, so Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Er kündigte an, dass mit dem neuen Haushaltsgesetz Staatshochbau-Vorhaben deutlich beschleunigt werden sollen. So werde der Grenzbetrag für sogenannte Kleine Baumaßnahmen, für die vereinfachte Genehmigungs- und Prüfverfahren gelten, von einer auf zwei und in besonderen Fällen sogar fünf Millionen Euro angehoben. Baukostensteigerungen, die nicht vom Nutzer zu verantworten sind, trage künftig grundsätzlich das Finanzministerium, erläuterte Brodkorb. Das Budget – mit Ausnahme der für den Hochschulbau vorgesehenen Mittel, für die es bereits eine Risikoabsicherung gibt – würde zur Bildung einer entsprechenden Reserve jährlich um fünf Prozent aufgestockt.

Außerdem, so Brodkorb, soll es künftig eine „Schubladenplanung“ geben, das heißt, Vorhaben, die noch nicht finanziell untersetzt sind, sollen dennoch bereits planerisch auf den Weg gebracht werden. Würden dann Mittel frei, weil es beispielsweise bei anderen Projekten Verzögerungen gibt, könnte sofort mit dem Bauen begonnen werden. Derzeit, so der Minister, würden etwa 15 derartige Planungen auf den Weg gebracht, unter anderem für die Sanierung des Polizeireviers in Güstrow.

Bereits fest eingeplant ist neben den Bauten in der Schweriner Stellingstraße unter anderem der Neubau des Justizzentrums am Schweriner Demmlerplatz, in den 23 Millionen Euro fließen. Die Entwurfsplanung soll bis Mitte des Jahres stehen, gebaut wird voraussichtlich ab 2020. Schon im Gange sind die Arbeiten am Polizeizentrum auf dem Großen Dreesch in Schwerin, wo im Juni Richtfest gefeiert werden soll. Auch am Erweiterungsbau für das Kriminalkommissariat Ludwigslust wird bereits gebaut, die Fertigstellung ist für Dezember geplant. Dann sollen auch die Instandsetzungsarbeiten am Altbau der Wismarer Polizeiinspektion beendet sein.

Im Bereich Kulturbau sind beim BBL unter anderem die Instandsetzung der Nordbastion des Schweriner Schlosses und die Sanierung des Kirchganges im Schlossinnenhof geplant. Fortgesetzt werden die umfangreichen Arbeiten im Schloss Ludwigslust, wo noch in diesem Jahr mit dem Erdgeschoss des Ostflügels begonnen werden soll. Ab 2020 wird auch im Westflügel gebaut. Ins Schloss Güstrow fließen bis 2020 etwa zwei Millionen Euro, mit denen Dächer und Fassaden, Torhaus und Brücke saniert werden. Auch an der Klosterkirche Dobbertin, dem Fürstenhof in Wismar, dem Staatlichen Museum Schwerin, dem Jagdschloss Granitz, dem Neustrelitzer Schlossgarten, an Nebengebäuden des Schlosses Bothmer und dem Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen wird gebaut.

Weitere Vorhaben, die der BBL im Auftrag des Bundes realisiert, betreffen die Hanse-Kaserne in Rostock und die Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne in Hagenow.

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