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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 10:32 Uhr

Verseuchtes Futter : Giftskandal im Öko-Stall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verseuchtes Futter ausgeliefert / 22 Betriebe gesperrt

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2015 | 20:32 Uhr

Giftalarm im Futtertrog: In MV ist binnen weniger Wochen ein zweites Mal mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln verseuchtes Öko-Futter entdeckt worden. 22 Betriebe in MV seien gesperrt und der Verkauf von Öko-Ware gestoppt worden, teilte Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern in Schwerin mit. Betroffen seien Eierproduzenten, Öko-Milchlieferanten, Schweinemastbetriebe, ein Kückenbetrieb, eine Schäferei – wie auch mehr als 30 Betriebe in anderen Bundesländern. Prüfer hätten vor Weihnachten den kontaminierten Sonnenblumenkuchen aus der Ukraine und Bulgarien entdeckt. Zulässige Grenzwerte seien um 25 Prozent überschritten gewesen. Die 1966 Tonnen Bio-Ware hatte ein holländischer Händler über den niedersächsischen Hafen Brake auf den Markt gebracht. Mehr als die Hälfte sei nach MV, aber auch Sachsen-Anhalt und in die USA geliefert worden – etwa 554 Tonnen an den Futtermittelhersteller Fugema aus Malchin. 900 Tonnen lagerten noch in Brake und seien gesperrt worden. Ein Großteil des Futters sei bereits verfüttert worden, sagte Backhaus. Es habe aber „zu keinem Zeitpunkt eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher“ bestanden. Sowohl in Eiern als auch im Fleisch seien Rückstände gefunden worden. Allerdings erleide der Öko-Landbau durch den neuerlichen Fall einen „erneuten Rückschlag im Kampf um das Vertrauen der Verbraucher“, sagte Backhaus und forderte bessere Kontrollen. „Die Eigenkontrollsysteme der Futterwerke sind das Nadelöhr“, sagte Backhaus.

Fugema bestätigte den Fund und bedauerte den Vorfall. Es sei nicht klar, wie die belastete Ware in die Produktionskette gelangen konnte, sagte Firmensprecher Bernd Homann. Vorlieferanten hätten bestätigt, dass die Ware beprobt worden sei und nicht zu beanstanden war.

Fugema war schon vor zwölf Jahren in einen Giftskandal verwickelt. Damals war in Öko- als auch konventionellem Futter das Krebs erregende Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen entdeckt worden. In MV mussten 500 Betrieb gesperrt werden. Erst Anfang Dezember waren hunderte Tonnen mit Pestiziden verseuchtes Öko-Futter nach MV geliefert worden – an einen der größten deutschen Bioeierproduzenten, den Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof im Kreis Rostock.  

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