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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 02:12 Uhr

Jacobskreuzkraut : Giftkraut wuchert im Land

vom
Aus der Onlineredaktion

Verbreitung des Jacobskreuzkrauts in MV nicht zu stoppen. Wissenschaftler setzen Insekten gegen Giftpflanzen ein

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Es leuchtet gelb in der Landschaft, ist bitter und die Verbreitung nur schwer zu stoppen: Das für Weidetiere gefährliche und mitunter tödliche Jacobskreuzkraut breitet sich in MV immer stärker aus, stellt das Landesamt für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelsicherheit (LALFF) in Rostock fest. Vor allem auf mageren Wiesen oder extensiv bewirtschafteten Flächen wie etwa im Landkreis Ludwigslust-Parchim vermehre sich das Kraut kräftig. Besonders im Juni, Juli und August seien die Pflanzen auf Weiden, Wiesen und an den Straßenrändern gut erkennbar. Auf guten Böden komme die Pflanze hingegen nicht so häufig vor.

Das Kraut wird bundesweit zum Problem: Die zunehmende Verbreitung sei auch darauf zurückzuführen, dass Brachflächen nicht mehr mit Herbiziden behandelt würden, berichtet eine Sprecherin des Landesamtes. Die zunehmende extensive Landbewirtschaftung in MV fördere die Verbreitung des Giftkrauts. Oftmals sei der Einsatz von Ackerchemie zur Eindämmung der Pflanze untersagt. Eine mechanische Bekämpfung sei aber hingegen kompliziert und weniger erfolgversprechend, so die Sprecherin. Das Jacobskreuzkraut sei in MV nicht neu. Doch früher hätten viele Landwirte und Pferdehalter mit hohem Aufwand die Pflanzen auf ihren Weiden einzeln entfernt. Das könne sich heute keiner mehr leisten.

Das Giftkraut sorgt bei Pferdehalter für Unruhe: In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Verdachtsfälle gegeben, dass Pferde an dem Kreuzkraut gestorben seien, heißt es im Landesamt. Die Giftstoffe des Jacobskreuzkrauts können zur Schädigung des Nervensystems, der Leber, Niere sowie Lunge führen. Für ältere Weidetiere sei die Pflanze in der Regel kein Problem, da sie diese von den Tieren wegen der Bitterstoffe verschmähten, hieß es. Problematisch werde es aber, wenn die Kreuzkräuter nach der Mahd in das Heu oder die Silage gelangten. Im Gegensatz zu anderen Giftpflanzen würden die toxischen Substanzen durch den Trocknungs- bzw. Silierungsprozess nicht inaktiviert. Bei der anschließenden Verfütterung sei es den Tieren nicht ohne weiteres möglich, die Giftpflanzen zu erkennen.

Die Pferdehalter im Land seien alarmiert, erklärte Hans-Joachim Begall, Geschäftsführer des Pferdesportverbandes MV. In der Vergangenheit seien einzelne Todesfälle registriert worden. Die Pferdehalter mühten sich mit einer besseren Weidewirtschaft des Giftkrauts Herr zu werden. Sowohl Tierhalter aber auch die Straßenverwaltung müssen die Pflege der Weiden und Straßenränder intensivieren und ihre Flächen häufiger noch vor der Blüte des Jacobskreuzkrautes mähen, forderte auch das Landesamt.

Indes hoffen Experten , mit Insekten die weitere Verbreitung eindämmen zu können: Wissenschaftler in Schleswig-Holstein testen derzeit den Einsatz von Raupen des Blutbär-Schmetterlings. Die Larven fressen ausschließlich die gelb blühende Wildpflanze. Die Wissenschaftler haben in einem bis 2020 laufenden Projekt in diesem Jahr an mehreren Orten knapp 3000 Raupen ausgesetzt, um den Fraßerfolg zu testen.  

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