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Mecklenburg-Vorpommern

21. Oktober 2017 | 10:47 Uhr

Fipronil : Giftige Eier nun auch in MV

vom
Aus der Onlineredaktion

Kunden entdecken betroffene Chargen-Nummer in Rostock

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Die Regale in den Aldi-Filialen Mecklenburg-Vorpommerns sind leer gefegt. Dort, wo Kunden sonst Eier finden, greifen sie ins Nichts. Der Discount-Riese hat aufgrund der Fipronil-Belastung deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf genommen – eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte die Unternehmensgruppe gestern.

Derweil sind in Mecklenburg-Vorpommern die ersten giftigen Eier aufgetaucht. Ein Kunde entdeckte bereits am 29. Juli in einer Rostocker Filiale der Lebensmittelkette Kaufland Fipronil-Eier aus den Niederlanden mit der Codierung 1-NL-4339912. Ein weiterer kaufte noch am 31. Juli nachweislich belastete Eier in derselben Filiale mit dem Kennzeichnungscode 1-NL-4331901, wie das Agrarministerium in Schwerin gestern mitteilte. Das Ministerium hatte am Vortag die Stempelaufdrucke belasteter Eier-Chargen veröffentlicht. Die Behörden in MV hätten die offizielle Schnellwarnmeldung am vergangenen Donnerstag erhalten, hieß es. Die Behörden raten vom Verzehr belasteter Eier ab und empfehlen, sie über den Restmüll zu entsorgen oder zum Handel zurückzubringen.

Kaufland selbst habe die Eier bereits am 2. August aus den Regalen genommen, heißt es. „Als wir von der Belastung erfuhren, haben wir zunächst alle betroffenen Eier und in einem zweiten Schritt alle Eier aus den Niederlanden mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 18. August aus den Regalen genommen“, erklärt Andrea Kübler, eine Sprecherin des Unternehmens. Nachweislich nicht betroffen seien regionale Lieferanten sowie die Bio-Eier der Eigenmarke. Kaufland stehe in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Lieferanten, laufenden Kontrollen würden verschärft. „Kunden können bei Kaufland gekaufte Eier in jeder Filiale zurückgeben, auch ohne Vorlage des Kassenbons“, sagt Kübler und warnt vor potenziellen Lieferengpässen bei Eiern.

Auch Rewe und der dazu gehörende Discounter Penny stoppten den Verkauf von Eiern aus den Niederlanden. Lidl erklärte derweil, nur Eier von Lieferanten zu beziehen, die „nachweislich negativ auf Fipronil beprobt sind“. Daher bestehe keine Veranlassung, Eier kategorisch aus den Filialen zu nehmen. Auch Edeka sieht keinen Grund für einen Verkaufsstopp. Die Eier der Eigenmarken kämen ausschließlich aus Deutschland und dort sei bisher kein Fipronil nachgewiesen worden.

In den Niederlanden war in Legehennenbetrieben der Wirkstoff Fipronil eingesetzt worden, mindestens drei Millionen kontaminierte Eier wurden nach Deutschland verkauft. Fipronil war nach derzeitigen Ermittlungen über das Anti-Läusemittel Dega-16 in die Eier gelangt. Das Mittel beruht normalerweise auf ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus, vermutlich hatte ein belgischer Hersteller jedoch Fipronil beigemischt. Das Mittel ist für die Geflügelzucht verboten. Es wird unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt.

 

Sechs Salate wegen belasteter Eier zurückgerufen

Sechs Salatprodukte des Herstellers Neue Mayo Feinkost GmbH in Lübeck werden wegen belasteter Eier zurückgerufen. Bei der Herstellung seien mit Fipronil belastete Eier verwendet worden, heißt es auf der Seite lebensmittelwarnung.de der Länder und des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Konkret handelt es sich demnach um „Porreesalat Toscana“, „Oma's Pellkartoffelsalat“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August), „Gosch Sonntagsfrühstück“, „Eiersalat klassisch“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 18. August), „Hofgut Eiersalat“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August) sowie „Hofgut Thunfischsalat“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August).

Die Produkte wurden laut Warnung in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertrieben. Der Hersteller habe „als Maßnahme des vorbeugenden Verbraucherschutzes die Rücknahme der aufgelisteten Produkte eingeleitet“, heißt es auf der Seite.


 

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